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Das Waldschlösschen-Areal ist eine Fläche im Dresdner Stadtteil Radeberger Vorstadt, die sich am Ostrand des sog. Preußischen Viertels zwischen Bautzner Straße und Radeberger Straße (Eingrenzung in der Entstehungszeit: „zwischen Linckeschem Bad und Meisenberg“) erstreckt. Bekannt geworden ist es insbesondere durch die über dem Flusstal gelegene Südterrasse des Restaurants Brauhaus am Waldschlösschen mit Panoramablick auf die Elbe und bis zum historischen Stadtzentrum. Das Areal gehört zur Pufferzone (die Waldschlösschenwiese zur Kernzone) des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal. Während das „Brauhaus“ als bekannteste Einrichtung des Areals sowie auch zahlreiche andere mittlerweile gemäß Heysescher s‑Schreibung (Rechtschreibreform von 1996) „Waldschlösschen“ schreiben, entspricht der Name der vorbeiführenden Straße der alten Schreibweise Waldschlößchen. Der Name der geplanten Brücke ist aufgrund der über sie geführten jahrelangen Kontroverse besonders häufig in dieser Schreibweise mit ß anzutreffen.
Bearbeiten Jagdhaus „Waldschlösschen“Das Waldschlösschen ist ein von Graf Marcolini-Ferretti, dem Kammerherrn Kurfürst Friedrich Augusts III., auf dem Gelände der Posernschen Kugelgießerei errichtetes neugotisches Jagdhaus. Erbaut wurde es von 1785 von 1790 durch Johann Daniel Schade. Ab 1829 wurde dort eine Schankwirtschaft betrieben. Derzeit gelingt es nicht, per Auktion einen Käufer für die Immobilie zu finden, wofür Beobachter den in der Nähe begonnenen Brückenbau verantwortlich machen.[1] Bearbeiten Brauerei und Restaurant „Brauhaus am Waldschlösschen“1836 erwarb der gerade gegründete Aktienverein der Societätsbrauerei zu Dresden das Gelände und errichtete dort eine Großbrauerei, die am 26. März 1838 eingeweiht wurde.[2] Das nach bayerischem Vorbild gebraute Waldschlößchen-Bier[2] erfreute sich sehr bald großer Beliebtheit und wurde nicht nur nach Berlin und Leipzig, sondern ab 1855 sogar nach Brasilien exportiert. Das der Brauerei angeschlossene Lokal nebst Biergarten entwickelte sich zu einem gastronomischen Hauptanziehungspunkt Dresdens und blieb dies bis heute. Lange Zeit herrschte die Ansicht, die Waldschlösschenbrauerei sei auch die erste Aktienbrauerei Deutschlands gewesen. Im Jahr 2007 wurde jedoch dokumentiert, das dies vielmehr die unweit Dresdens befindliche Aktiengesellschaft Baiersche Bierbrauerei Medingen war, die bereits im Mai 1836 gegründet wurde.[3] Bearbeiten Waldschlösschenwiese und WaldschlösschenblickSeine über die Zeiten erhalten gebliebene besondere Attraktivität verdanken das Areal des Brauhauses und der Abschnitt der unterhalb vorbeiführenden Bautzner Straße dem sogenannten Waldschlösschenblick. Die an dieser Stelle beginnende rechtselbische Aufweitung des Elbtals, die Krümmung des zu Füßen liegenden Flusslaufs und das in der Ferne erkennbare Panorama der Dresdner Altstadt mit der berühmten Frauenkirche bilden ein so harmonisches Ganzes, dass dieser Anblick seit Jahrhunderten immer wieder in der Literatur gepriesen[4] wurde. Er gehört neben dem sog. Canalettoblick zu den berühmtesten Panoramaansichten Dresdens. Als exponierter Aussichtspunkt wurde außer der Südterrasse des Brauhauses am Waldschlösschen auch ein Pavillon an der Südseite Bautzner Straße errichtet. Der faszinierende Blick ist möglich, weil an dieser Stelle die elbwärtige Seite der Straße auf einer Länge von etwa 300 Metern unbebaut blieb. Im Jahr 1908 kaufte die Stadt dieses als Waldschlösschenwiesen bezeichnete Areal an, um nach dem Tode Marcolinis weiterhin sicherzustellen, dass die Fläche nicht bebaut wurde.[5] Die Waldschlösschenwiese gehört zu den Dresdner Elbwiesen und ist der Teil mit dem stärksten Gefälle. In der näheren Umgebung markiert die Waldschlösschenwiese eine breite Stelle der Elbwiesen, die stromaufwärts durch die Dresdner Elbhänge und stromabwärts durch die Bebauung der Innenstadt wieder schmaler werden. Sie bildet gleichzeitig einen Ausläufer der Elbhänge. Ein beträchtlicher Teil ihrer Fläche wird durch die Waldschlößchenbrücke und deren Zufahrtsbauwerke in Anspruch genommen. Bearbeiten WaldschlößchenbrückeIn Nachbarschaft des Areals befindet sich die Baustelle der Elbquerung Waldschlößchenbrücke. Auf Grund der Lage in der Kulturlandschaft Dresdner Elbtal wird der Bau der Brücke kontrovers diskutiert und wurde viele Jahre verschoben. UNESCO und andere Gegner des Projekts sehen durch die geplante Brücke unter anderem auch den Waldschlösschenblick erheblich beeinträchtigt,[6] siehe Artikel Dresdner Brückenstreit. Die Weiterführung des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke führt in einem Tunnel westlich am Waldschlösschenareal vorbei.
Bearbeiten Quellen
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Koordinaten: 51° 4′ 4" n. Br., 13° 46′ 41" ö. L. |
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