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Der Staatsforst Burgholz ist ein Waldgebiet auf Wuppertaler und Solinger Stadtgebiet in der Mittelgebirgsregion Bergisches Land in Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Er ist für sein bundesweit einmaliges Arboretum bekannt, in dem forstwissenschaftliche Studien durchgeführt werden.
Bearbeiten Geographie und LageBearbeiten LageDer Staatsforst Burgholz liegt zum überwiegenden Teil auf Wuppertaler Stadtgebiet an der Grenze zu Solingen, dem ein kleinerer Teil im Südwesten zugeordnet ist. Im Norden wird der Forst durch die Wuppertaler Stadtteile und Bezirke Vohwinkel, Sonnborn und Elberfeld begrenzt, im Osten und Südosten umfasst Cronenberg mit dem Hauptort und den Bezirken Küllenhahn, Hahnerberg und Cronenfeld das Areal, im Süden liegt der Cronenberger Ortsteil Kohlfurth und westlich der Solinger Stadtteil Gräfrath. Die Topographie reicht von 120 m ü. NN bis zu 282 m über NN. Der ehemalige Von der Heydt'sche Privatwald und die daraus hervorgegangenen städtischen Erholungsanlagen im Norden am Kiesberg werden auch dem Waldgebiet zugeordnet. Bearbeiten GewässerDer Lauf der Wupper in Nord-Süd Richtung trennt das Waldgebiet in einen größeren östlichen und einen kleineren westlichen Teil. Der Fluss hat sich bis zu 160 m tief durch das Gebirge gegraben. Der westliche Teil des Burgholzes wird auch als Klosterbusch bezeichnet, ein Name, der auf ein früheres Besitztum des nahen ehemaligen Gräfrather Klosters hinweist. Zahlreiche Bäche münden von beiden Seiten in die Wupper. Die von Osten kommenden Bäche Burgholzbach, Rutenbecker Bach (auch Rutenbeck genannt), Glasbach, Kaltenbach und die von Westen kommenden Bäche Flockertsholzer Bach und Steinbach haben tiefe, aber verflachte Kerbtäler gegraben und stellen die wasserreichsten Nebenbäche der Wupper. Weitere Nebenbäche der Wupper im Waldgebiet sind: Kleiner Meersiepen, Großer Meersiepen, Gerretsiefen, Flockertsberger Bach, Weilandsiepen, Fuchskuhler Bach, Herichhauser Bach, Untenholzer Bach, Wahlert, Flächsgessiepen, Ketzberger Bach, Jacobsbergsiefen und Kohlfurther Brückenbach. Der Burgholzbach besitzt ebenfalls mehrere Nebenbäche, darunter der Vonkelner Bach, Nöllenhammer Bach, Steinsiepen und Langensiepen. Am Burgholzbach und am Kaltenbach befinden sich mehrere kleine Stauteiche, die zur Nutzung der Wasserkraft für Hammerwerke in der Zeit der Frühindustrialisierung (16. bis 19. Jahrhundert) angelegt wurden. Bearbeiten ErhebungenDie höchste einzelne Erhebung stellt mit 282,8 Metern der zentral gelegene Burggrafenberg dar. Der Name ist eine etymologische Weiterentwicklung des früheren Namens Burggrabenberg bzw. Burggrawenberg. Weitere Erhebungen sind der Kiesberg im Norden, der Nesselberg im Osten, der Jakobsberg im Süden und der Flockertsberg im Westen. Bearbeiten KlimaDas vorherrschende Klima ist wärmegetönt und regenreich. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8,5 bis 9 °C und die Jahresdurchschnittsniederschlagsmenge beträgt zwischen 1100 und 1200 Millimeter mit Niederschlagsmaxima im Juli/August und im Dezember/Januar. Die Winter sind mild bei durchschnittlichen Januartemperaturen um +1,3 °C. Die Vegetationszeit liegt bei 155 bis 160 Tagen im Jahr. Während der Vegetationszeit liegt das Temperaturmittel bei 14,5 bis 15 °C. Die vorherrschende Windrichtung ist Südwest und West. Im Winter können Orkanwindstärken erreicht werden. Bearbeiten VerkehrsanbindungDie Landesstraße 74 folgt dem Lauf der Wupper im Tal und stellt neben dem Fluss die zweite große Trennlinie im Waldgebiet dar. Für die Allgemeinheit befahrbare öffentliche Straßen sind nicht vorhanden. Das Waldgebiet ist durch die umliegenden Stadtteile und -bezirke an den ÖPNV angeschlossen. Für Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und das Kerngebiet Rutenbeck/Burgholz erreichen wollen, empfehlen sich ab Wuppertal Hbf die Buslinien 613 (Ausstieg Harzsstraße) oder 645 (Ausstieg Am Burgholz). Schneller ans Ziel, aber mit Umsteigen verbunden, führen die Linien CE64 (Richtung Solingen) und CE65 (Richtung Sudberg), Umsteigen jeweils an der Haltestelle Hahnerberg in die Linien 633 oder 645, die Ausstiegshaltestelle ist in beiden Fällen Am Burgholz. Das südliche Waldgebiet ist mit der Linie CE64 zu erreichen (mögliche Ausstiegshaltestellen sind Wahlert oder Kohlfurther Brücke). Das Gebiet des Klosterbusches kann vom Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel aus mit den Linien 621 und 631 erreicht werden, Ausstieg an der Endhaltestelle Dasnöckel Mitte. Die Burgholzbahn durch den Wald von Elberfeld nach Cronenberg, im Volksmund Samba-Express genannt, ist seit 1988 stillgelegt und abgebaut. Der ehemalige Bahnhof Burgholz beherbergt heute eine bei Wanderern beliebte Gastronomie. Am 27. Oktober 2006 wurde mit Mitteln der Regionale 2006 ein Rad- und Wanderweg auf der so genannten Sambatrasse eröffnet, der ungefähr vom Wuppertaler Zoo bis zum Bahnhof Küllenhahn in Wuppertal-Cronenberg reicht. Seit 2007 ist die Sambatrasse als (Rad)Wanderweg bis zum damaligen Endhaltepunkt Wuppertal-Cronenberg Bhf nutzbar. Unter dem Forst befindet sich der 2006 eröffnete und ca. 1800 Meter lange Burgholztunnel, durch den die L 418 verläuft. Sie verbindet das Sonnborner Kreuz mit den Wuppertaler Südhöhen. Ursprünglich sollte diese Schnellstraßenverbindung aus Kostengründen obererdisch ausgeführt werden; aus Gründen des Umweltschutzes wurde aber die aufwendige Tunnelvariante gewählt. Bearbeiten GeschichteBearbeiten MittelalterDas Waldgebiet Burgholz besitzt eine weitgehend regionaltypische Entwicklungsgeschichte. Bis zum 8. Jahrhundert kaum erschlossen, wurde mit Gründung der Grafschaft Berg infolge von Ansiedelungen und Rodungen die Waldfläche immer stärker zurückgedrängt. Ausgangs des Mittelalters nahm der Raubbau immer größere Ausmaße an. Neben dem wachsenden Verbrauch von Holz als Bau- und Brennmaterial wurden vor allen Weideflächen für die Viehwirtschaft dem Wald abgerungen. Der Wald verbuschte in großen Teilen, man sprach daher als Landschaftsform von dem Bergischen Busch. Das Kernrevier des Burgholz gehörte den Grafen von Berg, deren Hauptsitz und Burganlage Schloss Burg nicht weit entfernt lag. Der Name des Waldgebiets, sowie Ortsbezeichnungen wie Burggrafenberg (früher Burggrabenberg) weisen laut anderen Quellen aber ebenso auf einen Besitz der ehemaligen Burg Elberfeld sowie auf eine alte Ringwallanlage am Burggrafenberg hin, von der nur noch der Burggraben als Bodendenkmal erhalten ist. Bearbeiten Beginn der ForstwirtschaftGegen Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte erstmals eine geregelte Forstwirtschaft, die dieser Entwicklung entgegentrat. Als Nutzgehölze wurden in den folgenden Jahren bevorzugt Fichten und Kiefern angepflanzt, auch da sie als anspruchslosere Baumarten als einzige noch siedlungsfähig waren. Forstwissenschaftliche Erkenntnisse über die Vorteile einer Mischbepflanzung waren zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht bekannt. Der wachsende Bedarf an Bau- und Brennholz führte schnell zur Mittelwaldwirtschaft, die aber aufgrund des Aufkommens der Steinkohle als Brennstoff bis 1840 wieder aufgegeben wurde. Ab 1820 begann allmählich der Übergang zur Hochwaldwirtschaft und es wurden nun bevorzugt Europäische Lärche und Waldkiefer, aber auch Laubbäume angepflanzt. Um 1860 wurde ein Nadelwald/Laubwald-Verhältnis von 1:2 erreicht, wobei geschlagene Rotbuchenflächen sukzessive durch Eichenanpflanzungen ersetzt wurden. Fichten stellten einen Anteil von 20 % des Baumaufkommens. Die erste Anpflanzung Gehölze anderer Kontinente begann um 1900 mit der Ansiedelung von Weymouthskiefer (Pinus strobus), Amerikanische Roteiche (Quercus rubra), Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und Japanische Lärche (Larix kaempferi). Gleichzeitig nahm der Fichtenanteil wegen Rauchschäden, einer frühen Form der Waldschädigung durch Schadstoffemissionen, ab. Bearbeiten Kriegs- und NachkriegsjahreDie nächste große Zäsur ergab sich in den Kriegs- und Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkriegs. Der Mangel an Brennstoffen führte wieder zu einer übermäßig starken Abholzung, besonders der Wuppertaler Wälder. Neuanpflanzungen erfolgten mit schnellwüchsigen und schadstoffresistenten Baumarten. Auch sollten rasch belebende Elemente für die Bevölkerung der nahen Großstädte geschaffen werden. Dieses Geschehen nahm der damalige Revierförster Heinrich Hogrebe zum Anlass, über Erhöhung der Baumartenquantität zum Zweck der effizienteren Bewirtschaftung nachzudenken. Auf Hogrebes Anregung hin wurde schon 1958 begonnen, regionaluntypische Baumarten anzupflanzen. Anfang der 1970er-Jahre wurde der Forstbetriebsbezirk Burgholz von der Landesforstverwaltung NRW zum Versuchsrevier für den Anbau und die Erprobung verschiedener Baumarten bestimmt. Von vornherein sollte eine ökologische Verzahnung der Fremdhölzer mit heimischen Arten stattfinden. Dieses wurde durch das Anpflanzen innerhalb von Grundbeständen heimatlicher Gehölze erreicht. Ab 1972 wurden auch drei großflächige geographische Gruppenpflanzungen durchgeführt, die Gehölze jeweils eines Kontinents zusammenfassten. 1974 wurde ein 120 Hektar großes Waldstück namens „Piedboef“ westlich der Wupper auf Solinger Stadtgebiet angekauft und dem Staatsforst Burgholz zugeordnet. Dieses Waldstück wurde schon 1975 in die Anbauplanung der fremdländischen Baumarten einbezogen. Heute ist das Arboretum im Staatsforst Burgholz das größte anerkannte deutsche Versuchsrevier zum Anbau von Gehölzen aus Fremdländern. Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts machten die Schadstoffemissionen in Verbindung mit anderen Faktoren auch dem Staatsforst Burgholz zu schaffen. Buchen waren bis zu 40 %, Eichen bis zu 70 % von dem Phänomen des Waldsterbens betroffen. Eine leichte Erholung ist seitdem festzustellen, auch wenn diese nur sehr gering ausfällt. Bearbeiten Geologie und BodenkundeBearbeiten EntstehungGeologisch zählt das Burgholz zum Remscheider Sattel (auch als Remscheid-Altenaer Sattel bezeichnet) im Rheinischen Schiefergebirge. Als Gestein findet sich Lagunen- und Schelf-Meeressediment eines Flachmeeres aus dem Unter- und Mitteldevon, das vor 300 bis 400 Mio. Jahren gebildet wurde. Die vorgefundenen Schichten beginnen in der höheren Eifel-Stufe und reichen bis in die Givet-Stufe hinein. Das durchschnittliche Alter liegt bei 380 Mio. Jahren, gleichwohl die Fazies über einen längeren Zeitraum betrachtet werden muss und kein fixer Zeitpunkt der Entstehung genannt werden kann. Bearbeiten GesteinsschichtenIm Gegensatz zu der im Gebiet Wuppertals üblichen Vielfalt an Gesteinsschichten sind die des Burgholz weitestgehend homogen. Der Schichtenaufbau ist vom Typ Brandenbergschicht (selbstständige Abfolge des Lenne-Schiefers), eine Schichtfolge des Rheinischen Schiefergebirges, die erstmals beim Brandenberg südlich von Iserlohn-Letmathe erforscht wurde. Die Mächtigkeit der Brandenbergschicht liegt bei 750 m. Die Schichtenfolge besteht überwiegend aus einer kalkfreien Abfolge von grauen und rötlichen Schiefern, durchsetzt mit Grauwackebänken. (Grauwacke ist eigentlich geologisch inkorrekt, da es sich um Sandstein handelt. Die traditionell amtliche Bezeichnung lautet dennoch Grauwacke.) Im nördlichen Zipfel des Burgholzes geht die Brandenbergschicht in die Untere Honselschicht über. Die Gesteinsfolgen der umgebenden Region unterscheiden sich deutlich von der des Burgholzes. Bearbeiten FossilienObwohl in der Brandenbergschicht relativ wenige Fossilien vorhanden sind, finden Paläontologen durchaus auch fossile Reste der ursprünglichsten Sprosspflanzen (Asteroxylon elberfeldense, Hicklingia erecta, Calamophyton primaevum, Hyenia elegans, Aneurophyton germanicum, Protopteridium thomsonii und Duisbergia mirabilis), manchmal auch Muscheln (oft Archanodon rhenanus, Myophoria oblonga und Modiomorpha waldschmidti) und Armfüßer (Spiriferen und Rhynochelliden). Auf Interesse stieß auch eine Panzerfisch-Platte (Placodermi). Bearbeiten BodenbildungAus den devonischen Verwitterungsprodukten und überlagerten Fließerden aus dem Diluvium sind überwiegend einheitliche, nährstoffarme bis mäßig nährstoffarme Braunerden mit unterschiedlichem Stein- und Grusgehalt entstanden. Die Böden sind meist mittel- bis tiefgründig mit guter Wasserversorgung. Bearbeiten WupperablagerungenDie jüngeren Ablagerungen erfolgten in Form von Wupper-Terrassen während der Kaltzeiten vor 400.000 und 15.000 Jahren. Der Fluss führte während der Tauperioden stark erhöhtes Wasser und lagerte dadurch Schotterkörper an den Hängen des Wuppertals ab. Die älteren Terrassen finden sich bis zu 45 m oberhalb des Flusspegels, die jüngeren kaum höher als das heutige Flussniveau. Bearbeiten ÖkologieBearbeiten FloraBearbeiten Einheimische PopulationDie einheimische Waldlandschaft umfasst nur knapp 30 Baumarten, von denen nur fünf in einer nennenswerten Anzahl zu verzeichnen sind. Es überwiegt seit dem ausgehenden Mittelalter ein Hainsimsen-Buchenwald (Fagus) , ergänzt in der Oberschicht von Eichen (Quercus), sowie geringen Anteilen von Birken (Betula), Fichten (Picea) und Europäischer Lärche (Larix decidua). Die Mittelschicht wird zumeist von Buchen gebildet. In der Unterschicht finden sich häufig die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium), sowie Eberesche (Sorbus aucuparia), Buchen, Fichten, Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus L.) und Birken. Die Begleitflora umfasst neben der Stechpalme weitgehend auch Brombeere (Rubus fruticosus agg.), Sauerklee (Oxalis) , Knoten-Braunwurz (Scrophulariaceae), Brennnessel (Urtica) Mauerlattich (Mycelis muralis), Springkraut (Impatiens) und verschiedene Farne (Filicinophyta) . Als weitere Waldlandschaften und Biotope finden sich Rotbuchenhochwälder, Birken-Hainbuchenwälder sowie Feucht- und Sumpfgebiete und freie Heideflächen. Bearbeiten Die Naturwaldzellen Steinsieperhöh und MeersiepenkopfIm Rahmen des bundesweiten Naturwaldzellenprogramms wurden zwei Bereiche des Staatsforstes Burgholz als Naturwaldzellen ausgewiesen. In diesen Naturwaldzellen mit einer Kernfläche von zehn bzw. fünf Hektar sollen sich regionale Waldlandschaften ohne jeglichen Eingriff des Menschen natürlich entwickeln. Teile der Naturwaldzellen sind vor Wildverbiss durch Umzäunung geschützt. Man erhofft sich davon forstwissenschaftliche Erkenntnisse über die natürliche Regeneration des Waldes und naturnahe forstwirtschaftliche Anbauverfahren. Die Naturwaldzellen befinden sich zum einen im Quellgebiet des Steinsiepen, eines Nebenbachs des Burgholzbachs, und im Oberlauf des Bachs Großer Meersiepen, eines Nebenbachs der Wupper. Sie besitzen einen regionaltypischen Bestand und unterliegen seit 1972 nicht mehr der Bewirtschaftung. Die Flächen sind in 20 x 20 m große Quadrate aufgeteilt, in denen alle zehn Jahre Art, Durchmesser, Vitalität und soziologische Stellung der Bäume untersucht werden. Bearbeiten FaunaBearbeiten SäugetiereDie höheren Tierarten umfassen das regional übliche Spektrum an Rot-, Reh- und Schwarzwild, Füchsen und kleinen Säugern (Hasen, Dachse, Marder, etc.). Aufgrund des Schwerpunktes auf dendrologischen Forschungen werden die Bestände des Schalenwilds kleingehalten, um den Wildverbiss zu begrenzen. Dementsprechend sind die Populationen in den herkömmlich bewirtschafteten Waldteilen etwas stärker. Bearbeiten EntomofaunaIn den herkömmlich bewirtschafteten Waldteilen finden sich laut einer Zählung der zoologischen Abteilung des Wuppertaler Fuhlrott-Museums je nach Baumbestand zwischen 81 und 96 Käferarten. In Mischgebieten von einheimischen und fremdländischen Baumarten ist sogar eine vermehrte Anzahl von 112 Arten gezählt worden. Den als Waldschädlingen geltenden Arten wie Borkenkäfer und Rüsselkäfer steht eine ausbalancierte Anzahl an natürlichen Feinden wie Rindenkäfer und Wurzelkäfer gegenüber. Milbenarten stellen mit 100.000 Individuen pro Quadratmeter Bodenfläche die häufigsten Organismen. Die Mischbepflanzungen sowie die natürliche Waldwirtschaft haben einen messbar positiven Einfluss auf den Artenreichtum und dessen Zusammensetzung. Insgesamt 423 Großschmetterlingsarten sind im Burgholz bestimmt worden, darunter bedrohte und seltene Arten wie Pestwurzeule (Hydraecia petasitis) und Wegerichbär (Parasemia plantaginis). Häufige Arten sind Sackträger (Psychidae), Schneespanner (Apocheima pilosaria), Frühjahrsfrostspanner (Erannis defoliaria), Großes Jungfernkind (Archiearis parthenias), Kleiner Fuchs (Aglais urticae), Tagpfauenauge (Inachis io), Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), Kätzcheneule (Orthosia cerasi), Nagelfleck (Aglia tau), Großer und Kleiner Kohlweißling (Pieris brassicae, Pieris rapae) , Aurorafalter (Anthocharis cardamines), Faulbaumbläuling (Celastrina argiolus), Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus), Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino). Bearbeiten AvifaunaAuch die Vogelwelt setzt sich aus regionaltypischen Arten zusammen. Je nach Jahreszeit lassen sich unterschiedliche Arten gut beobachten. In den Wintermonaten sind es: Amsel, Blaumeise, Bergfink, Buchfink, Buntspecht, Dompfaff, Eichelhäher, Erlenzeisig, Gartenbaumläufer, Grünfink, Haubenmeise, Kernbeißer, Kleiber, Kohlmeise, Rotdrossel, Schwarzspecht, Tannenmeise, Wasseramsel und Wintergoldhähnchen. Habicht und Mäusebussard stellen die Prädatoren. Im Frühjahr treffen nach und nach die Zugvögel ein. Neben den Arten, die sich hier niederlassen, nutzen viele weiter nördlich brütende Zugvogelarten das Burgholz als Rastplatz. Zu beobachten sind: Bachstelze, Feldschwirl, Fitis, Gartengrasmücke, Gartenrotschwanz, Gebirgsstelze, Grauschnäpper, Haussperling, Kuckuck, Mönchsgrasmücke, Mauersegler, Mehlschwalbe, Nachtigall, Pirol, Rauchschwalbe, Ringeltaube, Rotkehlchen, Singdrossel, Star, Teichrohrsänger, Trauerschnäpper, Wacholderdrossel, Waldkauz, Waldohreule, Zaunkönig und Zilpzalp. Im Sommer ist bei einigen Arten schon die Zweitbrut flügge. Es dominieren nun die Hochsommersänger wie Mönchsgrasmücke, Ringeltaube und Bluthänfling. Mäusebussarde und Turmfalken kreisen über den Wald. Ab August ziehen die ersten Zugvögel ab. An der Wupper fischt der Graureiher. Im Herbst wird das Burgholz wieder Station für die südwärts ziehenden Zugvögel. Feldlerche, Wiesenpieper, Rauchschwalbe und Kranich werden oft beobachtet. Fichtenkreuzschnäbel ernähren sich von Fichtenzapfensamen. Bearbeiten Das Naturschutzgebiet Burgholz1992 wurden erstmals kleine kleinere Bereiche um die Naturwaldzellen erstmalig unter Naturschutz gestellt. Diese nur wenige Hektar großen Schutzgebiete erfuhren 2005 eine starke Erweiterung auf eine Fläche von mehr als 600 Hektar, so dass heute der größte Teil des Burgholzes als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Die Unterschutzstellung hat das Ziel, natürliche bergische Waldgesellschaften wie Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo luzuloides-Fagetum), Bach-Eschen-Wald (Carici remotae-Fraxinetum), Bachbegleitender Erlenwald (Stellario nemorum-alnetum glutinosae), Eichen-Birkenwald auf flachgründigen Felsstandorten (Betulo-Quercetum) zu erhalten. Neben Waldlandschaften stehen weitere Biotoptypen wie Quellen, naturnahe Bachläufe, bachbegleitende Feuchtwiesen , Feuchtbrachen, Hochstaudenfluren, Pestwurzfluren und Stillgewässer unter Schutz. Weitere Schutzziele sind
Daneben ist das Gebiet aus landeskundlichen, naturgeschichtlichen und erdgeschichtlichen Gründen sowie aus wissenschaftlichen Gründen der Forstentwicklung und Waldökologie geschützt. Nicht zuletzt aber auch wegen der seltenen besonderen Eigenart und der hervorragenden Schönheit des Gebietes, wegen der landschaftsgebundene Naherholung und seiner Funktion als Naturerlebnis- und Bildungsraum. Bearbeiten Sehenswürdigkeiten und BesonderheitenDer Staatsforst Burgholz diente seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert zunehmend der Erholung der Bürger der Städte Gräfrath, Cronenberg und der damaligen Großstädte Elberfeld und Barmen (1929 zur Großstadt Wuppertal vereinigt). Bearbeiten Der nördliche Erholungswald
Auf der Königshöhe, das Sommerhaus Von-der-Heydt
Der Norden des Staatsforstes Burgholz hat im Gegensatz zu den südlich gelegenen Teilen mehr den Charakter einer bewaldeten Parkanlage und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auch offiziell als städtische Anlage geführt. Zahlreiche Gedenksteine und die namentliche Ausweisung einer Vielzahl von Waldwegen belegen die Funktion als Erholungsgebiet. 1872 entstand auf der Königshöhe ein Ausflugslokal. Hierdurch wurde das ehemalige Armenviertel „Am Elend“ mehr und mehr zum Naherholungsort. 1892 wurde nahe der Spitze des Kiesbergs mit dem Von-der-Heydt-Turm ein Aussichtsturm eröffnet. Nicht nur vom Aussichtsturm kann man sich eines Panoramablicks auf Elberfeld erfreuen, auch zahlreiche Waldschneisen bieten schöne Aussichten auf Elberfeld, Rutenbeck, Buchenhofen, Sonnborn und Vohwinkel. Zu schätzen wissen das insbesondere die Kleingärtner der nahe der Königshöhe in Hanglage gelegenen Kleingartenanlagen „In der Hoffnung“ und „In der Heiterkeit“. Ein Ehrenfriedhof für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Elberfelder Bürger komplettiert den parkähnlichen Charakter des Waldes. Ausgangspunkt für Spaziergänge in der Parkanlage war oftmals der Haltepunkt Boltenberg an der Burgholzbahn, die diesen Teil des Burgholzes in einer topografisch bedingten großen Schleife fast vollständig umrundete. Der 1970 eingeweihte Kiesbergtunnel, ein doppelstöckiger Straßentunnel, unterquert mit einer Länge von knapp 1000 m den Erholungswald und verbindet das Elberfelder Stadtzentrum über die Landesstraßen L70 und L418 mit der Autobahn A46 am Sonnborner Kreuz. Bearbeiten Angrenzende WohnquartiereIm Norden des Waldes reichten die Elberfelder Armenviertel, die sich schnell den Namen „Elendstal“ oder „Am Elend“ erwarben, bis an den Von der Heydt'schen Privatwald und die städtischen Grünanlagen auf der oberhalb gelegenen Königshöhe heran. Hier standen nur Lehm- und Bretterhütten armer Bewohner. Johanna Faust begann 1868 die Gegend zu missionieren und erreichte, dass eine Kapelle errichtet werden konnte. Im Kontrast dazu stand das bürgerliche Villenviertel am Zoologischen Garten, das ebenfalls an das Waldgebiet grenzt. Das Zooviertel entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände „Am Kothen“. Ursprünglich beherbergte die Gegend am Westhang des Kiesberges nur einige Gehöfte und war im Besitz weniger Wuppertaler Familien. 1879 wurde die Aktiengesellschaft Zoologischer Garten gegründet. Sie erwarb den Südteil des Gebiets, auf dem 1881 der Wuppertaler Zoo eingeweiht wurde. Die Bahnstation Zoologischer Garten an der Strecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft wurde angelegt und von ihr eine erste Straßenverbindung zum Zoo gebaut. Nördlich des Zoos wurde durch die Firma Herrmanns & Riemann ein gehobenes Stadtviertel geplant. In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden allmählich Straßen und erste Villen angelegt. Das Zooviertel ist heute noch ein gehobenes Wohngebiet, zahlreiche der Villen stehen unter Denkmalschutz. 1924 entstand am Wupperufer westlich des Zoos das heute denkmalgeschützte Stadion am Zoo. Das Wohnviertel Boltenberg, südlich von Sonnborn am Hang gelegen, ist ebenfalls ein gehobenes Wohnviertel. Am westlichen Ende der städtischen Anlagen gelegen, bot es durch seinen Bahnhaltepunkt einen günstigen Ausgangspunkt für Spaziergänge im Wald oder auch im nahgelegenen Zoo. Das Kurhaus Waldesruh mit Blick auf den Wald über das Tal der Wupper bot sich für die weniger Aktiven an. Bearbeiten Das Kerngebiet des Staatsforstes BurgholzDas Kerngebiet des Staatsforstes Burgholz umfasst den Bereich nördlich und südlich des Burgholzbachs, dessen Tal auch Nöllenhammertal genannt wird. Von dem nördlichen Erholungswald wird es durch den Rutenbecker Bach getrennt, dessen Bachtal durch den dortigen Verlauf der autobahnähnlich ausgebauten Landesstraße L418 stark an Attraktivität verloren hat. Im Westen begrenzen der Lauf der Wupper und die Landesstraße L74 das Gebiet, auf deren gegenüberliegender Seite sich der Teil des Burgholzes anschließt, der Klosterbusch genannt wird. Die Trasse der Burgholzbahn zieht sich durch den östlichen Teil des Forstes. Im Untergrund unterhalb der Trasse der Burgholzbahn wurde Ende 2005 der 1.800 m lange Burgholztunnel fertig gestellt, der den Lückenschluss zwischen zwei schon bestehenden Abschnitten der Landesstraße L418 bildete. Bearbeiten Der Burgholzbach und seine SehenswürdigkeitenDer Burgholzbach prägt mit seinem tiefen Tal das Kerngebiet des Burgholzes. Er entspringt in 284 m ü. NN nahe dem Freibad Neuenhof im Cronenberger Ortsteil Küllenhahn, fließt in westlicher Richtung und mündet nach 3,335 km auf 120 m ü. NN in der Wupper. Das Freibad wird von der nahe gelegenen Wuppertaler Müllverbrennungsanlage mit Wärme versorgt, so dass es ganzjährig genutzt werden kann. Bis zur Stilllegung der Burgholzbahn war das am Waldrand gelegene Schwimmbad über den Haltepunkt Neuenhof verkehrgünstig angebunden. Auf dem Gelände der am Waldrand gelegenen Müllverbrennungsanlage befindet sich ein Steinbruch, der sich nach Aufgabe der Bewirtschaftung mit Grundwasser füllte und in der lokalen Bevölkerung „Silbersee“ genannt wurde. Andere Teile des für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Steinbruchs werden mit der Schlacke aus den Verbrennungsrückständen der Müllverbrennungsanlage aufgefüllt. Die einzige Wuppertaler Großwindkraftanlage hat hier ebenfalls ihren Standort. Bearbeiten Frühe Nutzung der WasserkraftAm Burgholzbach befinden sich Stauteiche, die Wasser für den Antrieb von Hammerwerken und Schleifkotten (siehe auch Kotten) aus der Zeit der Frühindustrialisierung bereithielten. Heute noch erhalten ist der Nöllenhammer, bei dem sich auch das Cronenberger Wasserwerk, bestehend aus fünf Brunnen und einem Pumpwerk, befand. Von dem 1607 gegründeten Kremershammer kurz vor der Mündung des Burgholzbachs in die Wupper sind nur noch die Grundmauern erhalten. Vom Bremershammer, dem Plätzershammer, dem Evertshammer und dem Nöllenkotten sind dagegen kaum noch Spuren zu finden. Ein linksseitiger Nebenbach des Burgholzbachs speist ein Waldschwimmbad in Cronenberg. Bearbeiten Die Ringwallanlage am BurggrafenbergAm nördlichen Hang des Burgholzbachtals finden sich die Reste einer Ringwallanlage, deren Bezeichnung Burggraben für den Namen des Berges Burggrafenberg (282,8 m) Pate stand, an dessen Flanke sie sich befindet. Über die Historie der als Bodendenkmal eingetragenen Anlage ist wenig bekannt. Sie soll der Stammsitz eines „Ritters von Kronenburg“ gewesen sein. Die Anlage war vermutlich schon um 1715 vollkommen niedergelegt, da sie selbst im detaillierten regionalen Kartenwerk Topographia Ducatus Montani (Topographie des Herzogtums Berg) von Erich Philipp Ploennies nicht eingezeichnet ist.
Die Kaisereiche
Bearbeiten Der Glasbach und seine SehenswürdigkeitenDas dem Burgholzbach benachbarte nördliche Bachtal wird vom Glasbach durchflossen. Er entspringt bei 251 m ü. NN zwischen dem Zimmerplatz und der im Wald gelegenen Bildungsstätte des Paritätischen Bildungswerks, die bis in 1960er Jahre dem Müttergenesungswerk des Deutschen Roten Kreuzes diente. Der Glasbach fließt westlich durch das Arboretum Burgholz mit dem Schwerpunkt auf europäischen und kleinasiatischen Gehölzen und mündet nach knapp einem Kilometer auf 136 m ü. NN gegenüber den kommunalen Klärwerk Buchenhofen in die Wupper. Vom Burgholzbach trennt ihn ein 282 m ü. NN hoher Höhenzug mit dem Burggrafenberg als höchster Erhebung. Auf diesem Höhenzug liegt neben dem abgeschiedenen und mittlerweile aufgelassenen Schießstand auch die Naturwaldzelle Steinsieperhöh. Auf dem Schießstand wurden in der Zeit des Dritten Reichs mehrere osteuropäische Zwangsarbeiter von der lokalen Gestapo hingerichtet. Eine Gedenktafel erinnert an das Verbrechen. Der Zugang zu dem Arboretum liegt am Zimmerplatz, einem Kreuzungspunkt mehrerer Hauptwege im Forst, der neben Sitzgelegenheiten und einer Schutzhütte auch Informationstafeln beherbergt. Eine Vielzahl von Beschreibungstafeln erläutern im Arboretum Namen, Herkunft und Besonderheiten der Baumarten. Bearbeiten Der Rutenbecker Bach und seine SehenswürdigkeitenEin weiterer Höhenzug trennt den Glasbach vom Rutenbecker Bach. Dieser Höhenzug geht nach Osten im Cronenberger Stadtteil Küllenhahn in die Wuppertaler Südhöhen über. Am Waldrand befinden sich der ehemalige Haltepunkt Bahnhof Burgholz der Burgholzbahn und die alte Fachwerkhofschaft Obere Rutenbeck. In der Nähe des Haltepunktes befindet sich als Naturdenkmal die Kaisereiche, die 1871 zur Erinnerung an die Gründung des Deutschen Reiches von Schülern eines Elberfelder Gymnasiums gepflanzt wurde. Mitten im Wald auf dem Höhenzug liegen die Gebäude eines städtischen Kinderheims, welches früher eine Waldschule beherbergte. Am zur Wupper abfallenden Westhang befindet sich die Naturwaldzelle Meersieperkopf. Das Bachtal des Rutenbecker Bachs wird von der autobahnähnlich ausgebauten Landesstraße L418 dominiert, die von der ursprünglichen Naturbelassenheit wenig übriggelassen hat. Der Bach wurde für die Portale des Kiesbergtunnels und des Burgholztunnels abschnittsweise in ein neues, künstliches Bett verlegt. Der Bach selbst entspringt auf 281 m ü. NN bei der Fachwerkhofschaft Obere Rutenbeck im Cronenberger Stadtteil Küllenhahn und mündet nach 2,25 km bei der Jugendfarm Rutenbeck, einer erlebnispädagogischen Einrichtung der Stadt Wuppertal, auf 132 m ü. NN im gleichnamigen Stadtteil in die Wupper. Bearbeiten Entlang der WupperAuch das Tal der Wupper besitzt trotz der heute dominierenden, zweispurig ausgebauten Landesstraße L74 Sehenswürdigkeiten und historische Wüstungen. Im Norden weitet sich das Tal und bietet in einer ausholenden Wupperschleife Raum für die kommunale Kläranlage Buchenhofen, die einen Großteil der Wuppertaler Abwässer reinigt. Schon im Jahre 1906 wurde an gleicher Stelle ein Klärwerk für die damals selbstständigen Großstädte Elberfeld und Barmen gegründet, das sich mit der Zeit, seit der Übernahme 1930 durch den Verband, zu einem der wichtigsten Klärwerke im Wupperverband entwickelte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es dann zum Großklärwerk Buchenhofen, es wurden unter anderem zahlreiche neue, mechanische Anlagen wie die Schlammverbrennungsanlage oder das Wasserkraftwerk errichtet. 2005 wurde der letzte Bauabschnitt fertiggestellt und rechtzeitig zum Jubiläum eröffnet. An der Mündung des Burgholzbachs und des gegenüberliegenden Flockertsholzer Bachs befindet sich eine der wenigen Brücken im Burgholz über die Wupper. Sie wird in Anlehnung an den unweit befindlichen hohen und markanten Felsvorsprung „Teufelsklippe“ von der Bevölkerung als „Teufelsbrücke“ bezeichnet. Die heutige Spannbetonbrücke ist in den 1970er Jahren im Rahmen des Ausbaus der Landesstraße errichtet worden, aber schon hundert Jahre zuvor gab es dort einen schmalen Steg desselben Namens. Er verband den östlichen Teil des Burgholzes mit dem Friedenstal, wo sich der seit 1715 belegte Dritte Kotten oder auch Burgholzkotten, ein Schleifkotten an der Wupper, befand. Das einzige heute noch dort bestehende Wohngebäude war Anfang des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugslokal. Weitere Schleifkotten an der Wupper im Burgholz waren der Lechmigskotten (um 1856 erbaut) und der Zweite Kotten (ab 1684 belegt). Bearbeiten Der Kaltenbach und seine SehenswürdigkeitenEine weitere Schnittlinie im Burgholz bildet die Landesstraße L427, die auf einem zur Wupper abfallenden Höhenrücken das Cronenberger Zentrum über Wahlert mit der Siedlung Kohlfurt an einer ehemaligen Furt in der Wupper verbindet. Das sich dem Höhenzug südlich anschließende Tal wird durch den Kaltenbach gebildet, der auf 231 m ü. NN nahe dem Cronenberger Zentrum entspringt und nach 2,2 km auf 110 m ü. NN in die Wupper mündet. Auch dieser Bach besitzt zahlreiche Stauteiche und lieferte die Antriebsenergie für sechs Hammerwerke, Schleifkotten und Mühlen, unter anderem den Friedrichshammer, den Kaltenbacher Hammer und den Manuelskotten. Oberhalb von Kohlfurth, das durch einen beliebten Motorradtreff auf der Solinger Seite einen überregionalen Bekanntheitsgrad besitzt, bietet seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Aussichtspavillon namens Adelenblick einen Blick über das Tal der Wupper auf Solingen. Bearbeiten Der ManuelskottenDer Manuelskotten, auch Kaltenbacher Kotten genannt, ist der einzige noch funktionsfähige Schleifkotten auf Wuppertaler Stadtgebiet. Die restaurierte Anlage gehört seit 1993 der Stadt Wuppertal und dient als Industriemuseum, um das alte Schleiferhandwerk vorführen zu können. Gleichzeitig werden in der Anlage aber auch heute noch für ein Remscheider Werkzeugunternehmen Cuttermesser industriell gefertigt, so dass das gezeigte Handwerk keineswegs nur musealen Charakter besitzt. [4] Bearbeiten Die Strecke der Bergischen MuseumsbahnenEbenfalls im Kaltenbachtal verläuft die Trasse der Museumsstrecke des Bergischen Straßenbahnmuseums. Ein 3,2 km langer, durch den Wald verlaufender Abschnitt der ehemaligen Straßenbahnstrecke von Elberfeld nach Solingen wurde vom Museumsverein erworben und wird am Wochenende zwischen Cronenberg-Greuel und Cronenberg-Kohlfurth mit historischen Straßenbahnwagen befahren. Die umfangreiche Sammlung von Fahrzeugen bewahrt der Verein in seinen Hallen in Kohlfurth auf, wo die Straßenbahn einst auf einer inzwischen denkmalgeschützten Brücke die Wupper überquerte. [5] Bearbeiten Türme im Staatsforst BurgholzIm Staatsforst Burgholz oder in seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich drei Türme, die sich in ihrer historischen und heutigen Nutzung grundlegend voneinander unterscheiden.
Der Von-der-Heydt-Turm auf dem Kiesberg
Auf dem Kiesberg im Norden des Burgholzes befindet sich auf 260 m Höhe ü. NN der 20 m hohe Von-der-Heydt-Turm, ein Aussichtsturm mit Blick auf Elberfeld. Der Turm wurde im Jahr 1892 aus Spendenmitteln des Wuppertaler Bankiers August Freiherr von der Heydt errichtet und nach dem Stifter benannt. In nächster Nähe zur höchsten natürlichen Erhebung der Stadt Solingen steht der Gräfrather Lichtturm. Der heute mit einer Glaskuppel versehene Turmbau ist der 1904 erbaute ehemalige Wasserturm Gräfraths, der im Krieg stark beschädigt und 1983 stillgelegt wurde. Seit 1993 befindet sich der Turm im Privatbesitz des Lichtdesigners Johannes Dinnebier, der den Wasserbehälter durch die Glaskuppel ersetzte und darin ein Lichtlabor einrichtete. Von dem nicht öffentlich zugänglichen Turm hat man einen Panoramablick über das Tal der Wupper auf große Teile des Burgholzes. Im Cronenberger Stadtteil Küllenhahn befindet sich der Fernmelde- und Fernsehturm Rigi-Kulm. Seine Form, Höhe und der rot-weiße Anstrich der Antennen qualifizieren ihn als gut sichtbare Landmarke im ganzen Areal. Auf der Königshöhe befand sich Anfang des 20. Jahrhunderts ein Aussichtsturm. Bearbeiten TourismusBearbeiten WanderwegeDurch den Staatsforst Burgholz verlaufen zahlreiche markierte Wanderwege. Abgesehen von den vier Arboretumswegen werden seit den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts alle Wanderwege des Walds vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) gezeichnet. Bearbeiten Die ArboretumswegeDie Forstverwaltung hat vier Wanderwege eingerichtet, die mit Schildern am Wegesrand die einzelnen Baumarten des Arboretums beschreiben. Näheres zu den Wegen: siehe Unterkapitel Arboretumswege im Kapitel Arboretum Bearbeiten Hauptwanderstrecken des SGVZwei Hauptwanderstrecken des Sauerländischen Gebirgsvereins durchqueren den Staatsforst Burgholz: Die SGV-Hauptwanderstrecke X7 (153 km), Residenzenweg, von Arnsberg nach Düsseldorf-Gerresheim durchläuft den Wald in Ost-West-Richtung und passiert folgende Sehenswürdigkeiten:
Die SGV-Hauptwanderstrecke X29 (133 km), Bergischer Weg, von Essen nach Uckerath (Siebengebirge) durchläuft den Wald in Nord-Süd-Richtung und passiert folgende Sehenswürdigkeiten:
Bearbeiten Bezirkswege des SGVDer Bezirkswanderweg 6 (SGV-Bezirk Bergisches Land, 125 km), Wupperweg genannt, durchquert das Kerngebiet des Burgholzes und folgt anschließend der Wupper. Er passiert folgende Sehenswürdigkeiten:
Bearbeiten Ortswege des SGVDie Ortsabteilungen Wuppertal und Solingen des SGV unterhalten Wanderwege auf lokaler Ebene. Der Wuppertaler Rundweg (Wanderweg rund um Wuppertal, 106 km) und der Solinger Klingenpfad (Wanderweg rund um Solingen, 75 km) durchqueren ebenfalls den Wald. Der Klingenpfad bleibt dabei im Solinger Teil des Burgholzes, dem Klosterbusch, der Wuppertaler Rundweg durchläuft das gesamte Kerngebiet und den Klosterbusch. Weitere Ortswanderwege sind: Rundwanderwege vom Ausgangspunkt Kaisereiche
Wolfgang-Kolbe-Weg
Rundwanderwege vom Ausgangspunkt Gräfrather Lichturm
Kleingartenweg
Zugangswege zum Wuppertaler Rundweg
Zielwanderwege
Bearbeiten Das Arboretum BurgholzBearbeiten Geschichte des FremdanbausDas Arboretum Burgholz steht in einer langen Tradition der Anpflanzung nichtheimischer Baumarten im Waldgebiet Burgholz. Schon ab 1820 wurden regionalfremde Gehölze wie die | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||