Spekulationsblase.html

 
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Kursverlauf der Dotcom-Blase am NASDAQ

Eine Spekulationsblase bezeichnet einen überkauften Markt, der sich in der Regel im Börsen-, Rohstoff- oder Immobilienbereich völlig von der realen Wirtschaftsentwicklung abgekoppelt hat.

Getrieben von Berichten über raschen und mühelosen Reichtum springen immer mehr (auch unerfahrene) Anleger auf den fahrenden Zug auf, kaufen zu schon überhöhten Preisen und rechnen dennoch mit einer raschen Wertsteigerung ihrer Investition. Die Preise scheinen unbegrenzt weiter zu steigen, bis sich irgendwann die Erkenntnis des realen Wertes des jeweiligen Spekulationsobjektes durchsetzt und Käufer zu höheren Preisen plötzlich ausbleiben. Es kommt zum Krach, die Werte verfallen in kurzer Zeit und die zahlreichen Spekulanten sehen sich mit dem rapiden Verlust ihrer Investitionen konfrontiert.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Beispiele

Solche in der Struktur immer gleichen Abläufe hat es in der Geschichte wiederholt gegeben:

Bearbeiten Aktien -und Immobilienmarkt in Japan

Ein bekanntes Beispiel für ein spekulativ aufgeblähtes Wirtschaftswachstum als Folge einer Spekulationsblase liefert die Entwicklung des japanischen Aktien -und Immobilienmarkts der zweiten Hälfte der 1980er Jahre. Hauptartikel hierzu: Bubble Economy

Bearbeiten Spekulationsblasen und Geldpolitik

Intensiv diskutiert wird, inwieweit es Aufgabe der Notenbanken sein soll, der Bildung von Spekulationsblasen entgegenzuwirken. Während unstrittig ist, dass ein Anstieg der Güterpreise (Inflation) im Rahmen der Geldpolitik begrenzt werden soll, ist die gleiche Frage in Bezug auf einen Anstieg der Preise auf Kapitalmärkten strittig.

Aufgrund der Auswirkungen von Spekulationsblasen auf die Realwirtschaft wird teilweise die Forderung erhoben, im Falle niedriger Inflation aber stark steigender Aktien- oder Immobilienpreise die Liquiditätsversorgung der Wirtschaft zu reduzieren.

Ein prominentes Beispiel hierfür war die vielbeachtete Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan am 5. Dezember 1996 in dem er vor einem "irrationalen Überschwang" an den Börsen sprach. Allein diese Formulierung sorgte für eine Korrektur. Die Fed erhöhte in der Folge im März 1997 die Leitzinsen um 1/4 %, konnte aber die Fortsetzung der Hausse und anschließenden Kollaps der Dotcom-Blase nicht verhindern.

Bearbeiten Prognostizierte Blasen

Viele Kleinanleger im irischen Markt, die in sogenannten "Investment Properties" einen Großteil ihres Vermögens angelegt haben, befürchten, dass in näherer Zeit dieser Markt ähnlich wie in den USA einbrechen könnte. Dies begründet sich unter anderem auch darin, dass sehr viele Interessenten aus den USA die Preise künstlich in die Höhe trieben.

Auch die Entwicklung des Ölpreises bis Sommer 2008 sowie bei Agrarrohstoffen wie Weizen, Mais und Reis zeigt den typischen Verlauf einer Spekulationsblase. [1]

Bearbeiten Literatur

  • Der Spekulationswahnsinn ; Eine mediz.-wirtschaftl. Betrachtung f. Kapitalisten, Eltern u. Erzieher von Prof. *** - Danzig: A. W. Kafemann in Komm., 1908
  • Robert J. Shiller; Irrationaler Überschwang, 2000
  • Georg Erber, Martin Petrick, Vanessa von Schlippenbach (2008): Ursachen und Konsequenzen steigender Nahrungsmittelpreise. DIW Wochenbericht 26/2008, Berlin S. 357-363. (Online beim DIW)
  • Daniel Gross: Finanzblasen... und warum sie so wichtig für die Wirtschaft sind, Aus dem Englischen von Kira Dahmann, FinanzBuch-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-89879-370-4

Bearbeiten Nachweise

  1. http://www.handelsblatt.com/News/Journal/Kommentar/_pv/_p/204051/_t/ft/_b/1420290/default.aspx/die-oelblase.html

Bearbeiten Weblinks

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