Ratingcode.html

 
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Ein Ratingcode oder Ratinggrade ist ein von Ratingagenturen verwendeter Buchstabenschlüssel, der das Ausfallrisiko eines Schuldners (Land, Unternehmen) darstellt und somit eine einfache Beurteilung der Bonität erlaubt. Der Ratingcode ist Ergebnis des Ratingprozesses.

Bei Ratings wird zwischen Langfrist (Long Term, > 360 Tage) und Kurzfrist (Short Term, < 360 Tage) Ratings unterschieden. Für Long Term Ratings sind die Ratingcodes in AAA, AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C und D, aufgeteilt. Innerhalb der Buchstabenkombinationen AA bis B wird eine weitere, verfeinerte, Aufgliederung nach oberes, mittleres und unteres Drittel gemacht. Je nach Ratingagentur werden unterschiedliche Buchstabenkombinationen verwendet. Eine "AAA" (Triple A) bewertete Anleihe wird von den Ratingagenturen als sehr sicher eingestuft, das Ausfallrisiko sollte daher gering sein. Das Ausfallrisiko von Anleihen, die mit "Ca" bzw "CC" bewertet wurden, wird als hoch eingestuft. Da Investoren für die Übernahme des Adressausfallrisikos einen Aufschlag verlangen, sind die Renditen von Anleihen hoher Bonität meist geringer als die von schlecht gerateten Anleihen. Schuldner, die in Zahlungsverzug sind, werden von Moody's mit dem Rating "C" und von Standard & Poor's und Fitch mit dem Rating "D" bewertet. Solche spekulativen Anleihen sind eher für professionelle Investoren interessant, falls diese auf einen Turnaround oder eine unerwartet positive Entwicklung hoffen.

In der Finanzbranche werden die Ratings in die beiden Gruppen „Investment Grade“ und „Sub-Investment Grade“ oder „Speculative Grade“ aufgeteilt. Diese Unterscheidung spielt insbesondere bei Institutionellen Investoren wie beispielsweise Pensionskassen oder Versicherungen eine wichtige Rolle, da diese oftmals per Gesetz oder durch ihre eigenen Statuten verpflichtet sind, nur Anleihen von Schuldnern zu kaufen, die ein bestimmtes Mindestrating haben. Hierbei gelten die Ratings AAA bis BBB (inklusive Baa3 bzw. BBB-) als „Investment Grade“. Anleihen mit einem Rating von BB oder schlechter gelten als „Sub-Investment Grade“ und werden auch „Junk Bonds“ genannt.

Die Rating-Agenturen versuchen das Rating eines Emittenten während des gesamten Konjunkturzyklus konstant zu halten. Daher handelt es sich um ein relatives Ratingssystem, das keine Aussage über die absolute Ausfallwahrscheinlichkeit eines Emittenten zulässt. Die Marktmeinung über die Bonität eines Emittenten spiegelt sich im Credit Spread oder in den Preisen für Credit Default Swaps wider.

Die gebräuchlichen Rating-Definitionen haben seit der im Frühsommer 2007 ausgebrochenen globalen Finanzmarktkrise stark an Aussagekraft verloren. Die ersten Kritiken an den Ratingagenturen kamen seitens Marktteilnehmer bereits im Juli 2007 auf. [1] Die tatsächliche Bonität eines Schuldners kann daher erheblich von den gebräuchlichen Rating-Definitionen abweichen. [2]

Moody's Standard & Poor's Fitch Ratings DBRS Bewertung
Aaa AAA AAA AAA Triple A = Ausfallrisiko ist fast Null
Aa1 AA+ AAhigh Sichere Anlage, wenn auch leichtes Ausfallrisiko
Aa2 AA AA AA "
Aa3 AA- AAlow "
A1 A+ Ahigh Die Anlage ist sicher, falls keine unvorhergesehenen Ereignisse die Gesamtwirtschaft oder die Branche beeinträchtigen
A2 A A A "
A3 A- Alow "
Baa1 BBB+ BBBhigh Durchschnittlich gute Anlage. Bei Verschlechterung der Gesamtwirtschaft ist aber mit Problemen zu rechnen
Baa2 BBB BBB BBB "
Baa3 BBB- BBBlow "
Ba1 BB+ BBhigh Spekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage ist mit Ausfällen zu rechnen
Ba2 BB BB BB "
Ba3 BB- BBlow "
B1 B+ Bhigh Spekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage sind Ausfälle wahrscheinlich
B2 B B B "
B3 B- Blow "
Caa CCC CCC CCC Nur bei günstiger Entwicklung sind keine Ausfälle zu erwarten
Ca CC CC CC "
C C C C Moody's: in Zahlungsverzug
Standard & Poor's: hohe Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls oder Insolvenzverfahren beantragt, aber noch nicht in Zahlungsverzug
D D D Standard & Poor's und Fitch: in Zahlungsverzug


Bearbeiten Einzelnachweise

  1. Neue Zürcher Zeitung, 12. Juli 2007
  2. Spiegel, 16.08.2007

Bearbeiten Weblinks

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