Paudorf.html

 
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Wappen Karte
Wappen von Paudorf
Paudorf (Österreich)
DMS
Paudorf
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Niederösterreich
Politischer Bezirk Krems-Land (KR)
Fläche 30,09 km²
Koordinaten 48° 21′ N, 15° 37′ O48.3515.616666666667257Koordinaten: 48° 21′ 0″ N, 15° 37′ 0″ O
Höhe 257 m ü. A.
Einwohner 2.439 (31. März 2008)
Bevölkerungsdichte 81 Einwohner je km²
Postleitzahl 3508
Vorwahl 02736
Gemeindekennziffer 3 13 33
AT124
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Kremser Straße 185
3508 Paudorf
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Leopold Prohaska (SPÖ)
Gemeinderat (2005)
(21 Mitglieder)
13 SPÖ, 8 ÖVP
Lage der Marktgemeinde Paudorf
Karte

Paudorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich mit rund 2400 Einwohnern. Die Gemeinde liegt im Weinbaugebiet Kremstal im nördlichsten Teil des Mostviertels. Sie weist eine Fläche von 30,06 Quadratkilometern auf. Der höchste Punkt ist der Statzberg mit 580 m ü. A.. Bekannt ist Paudorf vor allem durch den größten Mammutbaum-Bestand in ganz Österreich und für einen Steinbruch. Seit langer Zeit ist in Paudorf der Weinbau vorherrschend.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geografie

Paudorf liegt im Mostviertel in Niederösterreich am Ostrand des Dunkelsteinerwaldes, geologisch ein Ausläufer des Waldviertels südlich der Donau. Der Hauptort auf 257 m ü. A., gemessen beim Gemeindeamt im Ortszentrum Paudorf, ist gleichzeiig der tiefste Punkt der Gemeinde. Paudorf besteht aus sieben Katastralgemeinden: (Stand Volkszählung 2001)

  • Eggendorf (116 Einwohner)
  • Höbenbach (393 Einwohner)
  • Hörfarth (331 Einwohner)
  • Meidling (217 Einwohner)
  • Krustetten (341 Einwohner)
  • Paudorf (721 Einwohner)
  • Tiefenfucha (270 Einwohner)

Die Katastralgemeinden haben jeweils ein eigenes Ortszentrum und sind eher weit voneinander entfernt. Die meisten Einwohner besitzt Paudorf, die wenigsten Eggendorf, das wenige hundert Meter östlich von Paudorf liegt. Alle Ortschaften befinden sich südlich oder östlich vom Ortsteil Paudorf. Westlich von Paudorf liegt der Dunkelsteinerwald. Meidling, Hörfarth und Paudorf liegen an der Kremser Straße.[3]

Bearbeiten Flächennutzung und Geologie

Die Gesamtfläche von Paudorf beträgt 30,09 Quadratkilometer. Rund 60 % davon sind bewaldet, rund 30 % bestehen aus Wiesen und Feldern, rund 7 % sind bebaute Flächen und rund 3 % sonstige Flächen.

Die Landschaft ist hügelig mit bewaldeten, niedrigen Bergen. Die Ortsteile Eggendorf, Höbenbach, Kristetten und Tiefenfucha befinden sich in Tälern abseits der Hauptstraße. In Weingärten werden die Sorten Grüner Veltliner und Neuburger bevorzugt angebaut. Die Gesteinsschichten bestehen aus Graniten und Gneisen. 1896 wurde ein Steinbruch im Gemeindeteil Meidling eröffnet. Staub, Lärm und Transport von Gütern sind seit jener Zeit für Unruhe und Streit innerhalb der Bevölkerung verantwortlich. Im Boden kann man außerdem reichlich Lehm und Löss finden.[4] Durch Paudorf und Meidling fließt die in Karlstetten entspringende Fladnitz, die in die Donau mündet.

Bearbeiten Nachbargemeinden

Nachbargenmeinden sind nach dem Uhrzeigersinn, beginnend im Osten: Nußdorf ob der Traisen, Statzendorf, Wölbling, Bergern im Dunkelsteinerwald, Furth bei Göttweig und Krems an der Donau.

Die nächstgelegenen Städte sind Krems an der Donau, Traismauer, Langenlois, Herzogenburg und Sankt Pölten.

Bearbeiten Klima

Paudorf hat ein kontinental geprägtes leichtes Reizklima mit häufigem Nordwind. Im Sommer ist es tagsüber recht warm, jedoch kommen Hitze- oder Schwüleperioden nur selten vor; die Nächte bringen starke Abkühlung. Das Klima ist sehr sonnig und trocken; der Niederschlag erreicht kaum die Marke von 1000 Millimetern pro Jahr . Im Sommer liegt die Durchschnittstemperatur um 25 °C. Im Winter herrschen Temperaturen um 3 °C; Schnee ist aber rar. In allen Jahreszeiten ist Nebel eher selten und dauert meistens nur sehr kurze Zeit an.[4][5]

Bearbeiten Geschichte

Die ersten Siedlungen konnten aus der Jungsteinzeit um 4500 Jahre v. Chr. nachgewiesen werden. Funde aus dieser Zeit sind die Venus von Höbenbach und das Fruchtbarkeitsidol, eine Skulptur, die eine weibliche Gestalt mit Tierhörnern darstellt.[6] Der Ort Paudorf wurde erstmals im Jahr 1083 erwähnt, damals noch als Punamisdorf. Die Katastralgemeinden Eggendorf, Höbenbach und Krustetten wurden bereits im Jahr 1072 als Echindorf, Horiginpach und Crucistetin erwähnt. Aus dem Jahr 1290 ist Hörfarth als Herfuert und im Jahr 1302 ist Tiefenfucha als Fuchawe inferiori bezeugt.[7]

Im Jahr 1462 fand eine Schlacht zwischen Kaiser Friedrich III. und dem Ritter Fronauer in Paudorf statt (Frohnauer Fehde). Dabei wurden vor allem Krustetten und Höbenbach stark zerstört. Im Jahr 1481 eroberte der ungarische König Matthias Corvinus das Schloss Meidling. Erst im 16. Jahrhundert konnten die ungarischen Truppen zurückgeschlagen werden. Die nächste Schlacht ereignete sich im Jahr 1529, als die Osmanen im Zuge der Ersten Belagerung Wiens auch Paudorf angriffen und die Umgebung verwüsteten. Im Jahr 1645 plünderten im Dreißigjährigen Krieg kaiserliche Soldaten zahlreiche Dörfer, darunter auch Paudorf, nachdem die Schlacht bei Jankau verloren gegangen war. Im Jahr 1683 kamen die Osmanen noch einmal im Zuge der Zweiten Belagerung Wiens nach Paudorf und verwüsteten den Ort und die Umgebung. Daran beteiligt waren auch kaiserliche Soldaten.[7]

Im Jahr 1736 gab es im Gemeindeort Krustetten einen Großbrand und 1744 und 1768 weitere Brände in Höbenbach sowie mehrere Brandstiftungen um 1820. Im Jahr 1741 wurde Paudorf von Truppen des Kurfürsten von Bayern besetzt. Im Jahr 1850 bildeten sich die vier Gemeinden Paudorf (mit Hörfarth und Meidling), Höbenbach (mit Eggendorf), Krustetten und Tiefenfucha. 30 Jahre später pflanzte der spätere Abt Adalbert Dungel versuchsweise die ersten Mammutbäume am Eichberg. 1889 wurde die Bahnlinie Krems–Herzogenburg, die durch Paudorf führt, gebaut. Die Eröffnung des Steinbruches 1896 war ein weiterer Schritt für die Wirtschaftsentwicklung des Ortes. 1971 wurden die vier Gemeinden unter dem Namen Paudorf vereinigt. Erst 1985 bekam die Gemeinde die Anerkennung als Marktgemeinde und ein Wappen.[7]

In die Schlagzeilen kam der Ort Ende der 1990er Jahre, nachdem der katholische Pfarrer Udo Fischer auf Grund kirchenkritischer Aussagen von Bischof Krenn seines Amtes als Pfarrer enthoben worden war. Trotzdem bestätigte ihn der Abt des Stiftes Gottweig, zu dem die Pfarre Paudorf gehört. Erst 2005 setzte ihn Bischof Klaus Küng, der Nachfolger Krenns, wieder als Pfarrer der Diözese ein und rehabilitierte ihn.

Bearbeiten Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Daten lt. Statistik Austria

Bearbeiten Bevölkerungsentwicklung

Das Gemeindegebiet ist mit einer Bevölkerungsdichte von 81 Einwohnern pro Quadratkilometer durchschnittlich besiedelt (zum Vergleich: Niederösterreich hat 83, Österreich 98 Einwohner je Quadratkilometer). Im Gegensatz zu vielen kleineren Orten in Niederösterreich setzte in den letzten Jahren keine Tendenz zur Abwanderung in die umliegenden Städte ein. Während Paudorf in den Jahren 1991 bis 2001 um 6,2 % zugelegt hat, betrug die Zunahme im gesamten Bezirk Krems-Land nur 3,4 %. Dies erklärt sich dadurch, dass die Erreichbarkeit des Ortes durch den Infrastrukturausbau und die Verbesserung des Angebotes im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs verbessert wurde und damit die regionalen und überregionalen Arbeitszentren besser erreichbar sind. Ein anderer Grund ist, dass durch bessere Verkehrsverbindungen Menschen aus den Städten zurückkehrten oder sich neu ansiedelten.

Bemerkenswert ist weiterhin, dass bei den Volkszählungen bis auf eine, die Bevölkerung jeweils zugenommen hat. Die erste Bevölkerungszählung im Jahr 1869 verzeichnete 1367 Personen. Von da an setzte bis auf die Zeit von 1880 bis 1890 ein stetiger Zuwachs ein. Bereits 1900 konnten 1510 Personen gezählt werden. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Paudorf ein hohes Wachstum zu verzeichnen und 1934 waren es schon 1738 Bürger. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhöhte sich die Bevölkerung wiederum. Nach der Volkszählung im Jahr 1971 wuchs die Bevölkerung rasant. 1981 konnten bereits über 2000 Einwohner gezählt werden. Am 1. Januar 2008 wurde mit 2439 Personen der bisherige Höchststand verzeichnet. Maßgebend dafür war neben der positiven Wanderungsbilanz (Vergleich 1991 zu 2001: +62) die ebenfalls sehr günstige Geburtenbilanz (+78). Hier liegt Pauorf (+3,4 %) deutlich über den Werten des Bezirks Krems-Land (+0,0 %) und des Landes Niederösterreich (-0,5 %).[3]

Bearbeiten Bevölkerungsstruktur

Mit Stichtag 1. Jänner 2008 betrug die Einwohnerzahl 1937 (1184 männlich/1255 weiblich). Davon waren 381 unter 15 Jahren (188/193), 1620 im Alter von 15 bis 60 Jahren (811/809) und 438 über 60 Jahre alt (185/253). Die meisten Frauen waren im Alter von 35 bis 39 Jahren (insgesamt 109), die meisten Männer im Alter von 45 bis 49 (insgesamt 121).[3]

Bearbeiten Herkunft und Sprache

2291 (95,9 %) der Paudorfer gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 61 Personen (2,6 %) sprachen hauptsächlich türkisch, jeweils fünf (0,2 %) sprachen kroatisch und tschechisch, drei (0,1 %) ungarisch, jeweils einer (0,0 %) slowenisch und bosnisch und die Sprachen von 22 Einwohnern waren unbekannt (0,9 %). Von der Bevölkerung (Stand 1. Januar 2008) waren 2365 (97,0 %) Bürger österreichische Staatsbürger, 74 Einwohner (3,0 %) waren es nicht. Dabei gab es 19 (0,8 %) Asiaten, jeweils 11 (0,5 %) waren türkische bzw. deutsche Staatsbürger. Dahinter folgten sieben (0,3 %) Einwohner mit einer ehemaligen jugoslawischen Staatsbürgerschaft und fünf (0,2 %) US-Amerikaner. Insgesamt waren 2008 5,0 % der Paudorfer in einem anderen Land als in Österreich geboren.[3]

Bearbeiten Politik

Bearbeiten Gemeinderatswahlen

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle fünf Jahre statt. Die letzte Wahl war am 6. März 2005. Insgesamt gibt es 21 Mandatsplätze, die sich momentan auf SPÖ (13) und ÖVP (8) aufteilen.

Gemeinderatswahlen von Paudorf; Quellen:[8][9]
Ergebnis vom 1990 1995 2000 2005 2010
  Stim-
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 % Man-
date
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 % Man-
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Wahlberechtigt 1859 21 1981 21 2118 21 2142 21    
Abgegeben 1566 84,24 1620 81,78 1629 76,91 1660 77,50    
Ungültig 53 60 39 65  
Gültig 1513 96,26 1560 96,30 1590 97,61 1595 96,08    
davon entfielen auf
SPÖ 1080 71,38 15 931 59,68 13 974 61,36 13 951 59,62 13      
ÖVP 433 28,62 6 448 28,72 6 470 29,56 6 644 40,38 8      
FPÖ n.k. 181 11,60 2 146 9,18 2 n.k.      
Sonstige n.k. n.k. n.k. n.k.      

Bearbeiten Bürgermeister

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Leopold Prohaska von der SPÖ. Vizebürgermeister ist Josef Böck, ebenfalls von der SPÖ; Amtsleiter ist Dieter Ott.

Der Gemeindevorstand setzt sich aus dem Bürgermeister, dem Vizebürgermeister und den geschäftsführenden Gemeinderäten zusammen.[10]

Bearbeiten Landtagswahlen

Bei der letzten Wahl, der Landtagswahl 2008 ergab sich ein vollkommen anderes Bild als bei der letzten Gemeinderatswahl, im Jahr 2005. Von insgesamt 1570 gültigen Stimmen entfielen 714 (45,48 %) auf die ÖVP, 594 auf die SPÖ (37,83 %) und 140 auf die FPÖ (8,92 %). Die Grünen erreichten 93 (5,92 %) Stimmen. Die restlichen Stimmen verteilten sich auf die KPÖ, BZÖ und die Christenpartei NÖ (DCP).[11]

Bearbeiten Wappen

Paudorf wurde 1985 anlässlich seiner Markterhebung mit einem Wappen ausgezeichnet.

Das Wappenbild symbolisiert mit dem silbernen Wellenbalken den Fladnitzbach, mit den drei Nadelbäumen das Waldgebiet des Dunkelsteinerwaldes. Das Zahnrad in der unteren Schildhälfte dokumentiert Gewerbe und Industrie, mit den Weinranken werden Landwirtschaft und Weinbau der Gemeinde dargestellt.[12]

Bearbeiten Religion

Seit jeher besteht eine enge Verbindung der Pfarre von Paudorf zu Stift Göttweig, welches sich am Berg Göttweig in der Marktgemeinde Fürth an der Grenze zu Paudorf befindet. Die Pfarre von Paudorf hat sich 1991 von ″Pfarre Göttweig″ in ″Pfarre Paudorf-Göttweig″ umbenannt.[6]

Die Stiftskirche, welche am 9. September 1083 eingeweiht wurde, war der Auslöser der Gründung einer eigenen Pfarre von Paudorf. Im Jahr 1130 wurde direkt neben dem Stift die Pfarrkirche St. Gotthard im romantischen Stil gebaut. Diese wies zu jener Zeit den höchsten Turm der gesamten Anlage am Berg Göttweig auf, bevor sie abgerissen wurde. An der gleichen Stelle wurde in den Jahren 1403 bis 1414 die neue Pfarrkirche St. Gotthard, jedoch im gotischen Stil gebaut. Diese wurde bei einem großen Band des Stiftes im Jahr 1718 stark beschädigt und später aufgrund des zu starken Schadens abgerissen. Bis zum 12. September 1993 war das Stift die Hauptkirche der Marktgemeinde als die moderne Pfarrkirche St. Altmann im Hellerhof eingeweiht wurde und bis heute die Hauptkirche und Sitz der Pfarre Paudorf-Göttweig ist.[6]

Der Großteil der Paudorfer Bevölkerung ist römisch-katholischer Konfession. Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Personen mit römisch-katholischem Bekenntnis 87,7 % (2096 Personen). Dahinter folgten 2,6 % (61) mit islamischer und 1,4 % (34) mit evengelischer Glaubensrichtung. 7,2 % (173) der Paudorfer waren ohne religiöses Bekenntnis.[3]

Der Hellerhof, mit der Pfarrkirche St. Altmann und der barocken Kapelle des Johannes dem Täufer, befindet sich südöstlich vom Ortszentrum der Gemeinde Paudorf. Dazu gibt es in Paudorf in jedem Gemeindeteil eine zusätzliche Kapelle, in der regelmäßig eine Messe abgehalten wird. Sie wurden bis auf die Schlosskapelle in Meidling, welche 1444 errichtet wurde, im 19. oder 20. Jahrhundert erbaut. Die Schlosskapelle wurde 2003 renoviert.[6]


Der Hellerhof, das Pfarrzentrum der Pfarre Paudorf-Göttweig

Bearbeiten Wirtschaft und Infrastruktur

Bearbeiten Arbeitsstätten und Beschäftigte

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es in Paudorf 71 Arbeitsstätten mit 264 Beschäftigten, wovon 202 unselbständige Beschäftigte waren. Wichtigste Branche in der Gemeinde ist demnach Handel; Reparatur v.Kfz u.Gebrauchsgütern mit 13 Betrieben (19 Beschäftigte). Weiterhin von Bedeutung ist die Branche Realitätenwesen, Unternehmensdienstl. mit damals 12 Arbeitsstätten (17 Beschäftigte) sowie das Gesundheits-, Veterinär- u. Sozialwesen mit 31 Beschäftigten und 10 Arbeitsstätten. Bergbau und Gewinnung von Steinen u.Erden, zu welchem der Betrieb vom Steinbruch zählt hat zwei Arbeitsstätten und 47 Beschäftigte. Die eher geringen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gemeinde verursachen eine hohe Pendlerrate. Bei 132 Einpendlern waren 2001 924 Einwohner von Paudorf außerhalb ihrer Heimatgemeinde beschäftigt.[3]

Bearbeiten Land- und Forstwirtschaft

Viehbestand 1999 (Quelle: Statistik Austria)
Schweine 932
Hühner 461
Sonstiges Geflügel 89
Schafe 21
Rinder 11
Pferde 10
Ziegen
Zuchtwild

1999 bestanden in Paudorf 113 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die insgesamt rund 1007 Hektar Fläche bewirtschafteten. 33 Betriebe wurden im Haupterwerb und 77 im Nebenerwerb geführt. Zwei Betriebe waren im Eigentum von juristischen Personen. Gegenüber 1995 hat sich der Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe insbesondere im Bereich der Nebenerwerbslandwirte fortgesetzt, obwohl auch die Hauptbetriebe betriebe verloren haben. Insgesamt reduzierte sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 1995 und 1999 um 15,0 %, während die bewirtschaftete Fläche beinahe unverändert blieb. Diese Betriebe beschäftigen rund 100 Arbeitskräfte.[3]

Insgesamt gab es bei der Viehbestand-Zählung 1999 in Paudorf 35 Viehhalter mit 1524 Nutztieren. Rund 61 % der Nutztiere (von 21 Schweinehalter) waren Schweine. Die meisten davon (407) waren Mastschweine. 304 gehörten zur Kategorie Jungschweine (20-u.50 kg Lebend-gewicht). Neben den Schweine gab es auch erstaunlich viel Hühner. Alle 461 Hühner (21 Hühnerhalter) waren demnach Kücken und Hennen für Legezwecke, Hähne.[3]

Bearbeiten Weinbau

Im Zentrum des Weinbaues steht die Stadt Krems, die zu den ältesten Weibaustätten Österreichs zählt. Krems ist auch seit 1875 Standort einer Weinbauschule und Schauplatz der Niederösterreichischen Landesweinmesse.[13] Dadurch erstrecken sich die Weinbaugebiete bis nach Paudorf und Umgebung. Ausschlaggebend dafür war unter anderem das ideale Klima für den Weinbau. Momentan erlebt der Weinbau in der Region aufgrund der guten Vermarktung und dem hohen Interesse einen großen Aufschwung.

In Paudorf gab es 2001 130 Betriebe mit 161,93 Hektar Fläche. Davon wurden 125,26 (77 %) Hektar für Weißwein und 28,79 (18 %) Hektar für Rotwein ertragsfähig bewirtschaftet. Nicht ertragsfähig wurden für Weißwein 3,75 (2 %) Hektar und für Rotwein (1 %) 2,19 Hektar bewirtschaftet. Für Rotwein wurde der Zweigelt und der Blaue Portugieser am Flächengrößten angebaut, für Weißwein war es der Grüne Veltliner und der Neuburger. 98,18 Hektar wurden seit mehr als 20 Jahre, 27,82 Hektar seit zehn bis 19 Jahre, 28,05 Hektar seit drei bis neun Jahre und 5,94 Hektar unter drei Jahren betrieben. In Paudorf gibt es außerdem Rebschulen, die 1,94 Hektar beanspruchen.[3]

Bearbeiten Verkehr und Infrastruktur

Durch Paudorf läuft die Kremser Straße (Paudorf).

In Paudorf befindet sich der Bahnhof Paudorf, welcher Teil der Strecke St. Pölten–Krems ist.

Der nächstgelegene Flughafen ist Wien-Schwechat, etwa 100 Kilometer südöstlich von Paudorf entfernt.

Bearbeiten Behörden und Einrichtungen

Neben dem Marktgemeindeamt beherbergt Absdorf für die medizinische Versorgung stehen drei allgemeinde Ärzte sowie ein Zahnarzt zur Verfügung. Es besteht außerdem eine Justizanstalt und eine Polizeiinspektion. Für die Hilfe bei Notfällen gibt es eine Ortsstelle des Roten Kreuzes. Eine Filiale der Österreichischen Post AG ist in Paudorf vorhanden.

Die Betreuung von alten Menschen leistet eine im Ort vorhandene Volkshilfe Niederösterreich. Weiters besteht für Menschen mit Behinderungen eine Niederlassung der NÖ-Lebenshilfe.

In Paudorf bestehen vier Freiwillige Feuerwehren: eine in Paudorf (gegründet 1888), eine in Krustetten (gegründet 1895), eine in Meidling (gegründet 1952) und eine in Höbenbach (gegründet 1894). Diese gehören zum Bezirksfeuerwehrkommando Krems, Abschnittsfeuerwehrkommando Krems-Land.[14]

Bearbeiten Bildungseinrichtungen und Bildung

In Paudorf besteht ein Kindergarten mit insgesamt drei Gruppen und eine Musikvolksschule. Im nahe gelegenen Ort Furth befindet sich eine Hauptschule. Die nächsten Gymnasien sind in Krems. Die nächsten Universitäten sowie Fachhochschulen sind in Wien, Sankt Pölten und Krems. Von den 1992 Menschen, die im Jahr 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 66 einen Hochschulabschluss, 59 hatten eine Hochschulverwandte Ausbildung, 119 hatten eine berufsbildende höhere Schule, 79 hatten eine Allgemeinbildende Höhere Schule, 268 hatten eine Fachschule, 765 hatten eine Lehre und 636 hatten eine Allgemeinbildende Pflichtschule, als ihre höchste abgeschlossener Ausbildung absolviert.[3]

Die Musikvolksschule liegt im Ortszentrum. Sie umfasst sieben Schulklassen, von welchen zwei musikalisch geprägt sind, mit 12 Lehrern und rund 100 Schülern.[15]

Bearbeiten Sehenswürdigkeiten und Kultur

Die moderne Pfarrkirche St. Altmann
Alte Hellerhofkapelle Johannes d. Täufers

Bearbeiten Hellerhof

Der Hellerhof ist mit dem Hauptgebäude, der modernen Pfarrkirche St. Altmann und der alten Kapelle Johannes des Täufers das Pfarrzentrum und der Sitz der Pfarre Paudorf-Göttweig. Die Geschichte des Hellerhofes geht auf das Mittelalter zurück, als ihn der Salzburger Erzbischof Dietmar I. kaufte um damit den Ort Dietmarsdorf zu gründen. In den Jahren 1650 bis 1651 ließ der Abt Gregor Heller Dietmarsdorf in einen Rekreationshof umbauen und in Hellerhof umbenennen. Nach einem großen Brand wurde 1678 die Kapelle errichtet. In späteren Jahren wurde der Hellerhof erweitert.

Bearbeiten Mammutbäume

Im Jahr 1880 legte der spätere Abt Adalbert Dungel mehrere Samen der Wellingtonia gigantea auf dem Plateau des vom Ortszentrum östlich gelegenen Eichberg aus. Heute gehören die Mammutbäume, die so genannten Adalbert-Wellingtonien, zu den größten zusammenstehenden Beständen in Mitteleuropa. Die Göttweiger-Wald-Erlebniswelt wurde am 22. Oktober 2004 vom Forstbetrieb Stift Göttweig, dem Land Niederösterreich und dem Ökogymnasium der Englischen Fräulein in Krems eröffnet. Die Besucher haben die Möglichkeit, über 30 verschiedene heimische Baum- und Straucharten kennenzulernen und Hintergrundinformationen zu bekommen. Zudem gibt es im Arboretum, dem Baumgarten bei den Mammutbäumen, die Möglichkeit, weitere 50 Baumarten aus aller Welt zu betrachten. [2] [10]

Bearbeiten Steinbruch

Der 1896 eröffnete Steinbruch, in dem pro Jahr etwa 500.000 Tonnen Hartgestein abgebaut werden, befindet sich in der Katastralgemeinde Meidling. Eigentümer ist die Firma Asamer & Hufnagl, die als der größte Kieshersteller und der zweitgrößte Betonerzeuger gilt. Sie hat zur Moderniesierung der Anlage vier Millionen Euro investiert. Asamer & Hufnagl übernahm im Mai 2002 den Betrieb von der Firma Wanko, die ihn seit 1927 geführt hatte. Der erste Besitzer des Steinbruches waren die österreichischen Staatsbahnen. Seit jeher sorgt der Steinbruch für Konflikte mit den Anrainern wegen der großen Lärm- und Staubbelastung. [16] [4]

Bearbeiten Wilhelm Kienzl-Museum

Das Wilhelm Kienzl-Museum ist ein Museum zu Ehren des Komponisten Wilhelm Kienzl. Das aus dem Jahr 1651 stammende, sich auf dem Hellerhof befindliche Wirtschaftsgebäude wurde dafür im Jahr 2002 umgebaut und renoviert. Der Stadel des Hellerhofes war 1812 von einem Brand erfasst worden. Daraus entwickelte sich ein historischer Kriminalfall, der die Grundidee von Wilhelm Kienzls Oper Der Evangelimann bildete. Uraufführung wer 1895 in Berlin. Historisches Vorbild des Evangelimanns war der in Paudorf gebürtige Abt von Göttweig, Engelbert Schwerdfeger.

Bearbeiten Regelmäßige Veranstaltungen

Bearbeiten Holzbildhauersymposion

Das Holzbildhauersymposion findet seit 1997 alle fünf Jahre statt. Hierbei arbeiten verschiedene Künstler zwei Wochen lang an Baumstämmen und formen daraus Skulpturen, die in der Gemeinde aufgestellt werden. 1997 und 2002 veranstaltet die Marktgemeinde Paudorf im Hellerhof das Internationale Bildhauer-Symposium unter der künstlerischen Leitung von Hannes Hermann Bischof (Höbenbach). 2007 fand das Symposium im nahegelegenen Haslau-Maria Ellend statt.

Am 6. April 2003 eröffnete Bürgermeister Karl Brugger den Skulpturenwanderweg entlang des Höbenbachs. Dieser Weg zeigt zwölf geschnitzte Skulpturen des Bildhauersymposiums 2002.

Bearbeiten Sport

Für sportliche Aktivitäten bietet Paudorf einen Tennisplatz sowie zahlreiche Rad- und Wanderwege durch den Dunkelsteinwald und auf den mit Mammutbäumen bewachsenen, südlich gelegenen Eichberg. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, den aufgestellten Bildstockweg oder eine Etappe des Jakobsweges, die beim Stift Göttweig beginnt, zu begehen. , Der im Jahr 1968 gegründete Fußballverein SV AFA Paudorf spielt derzeit in der zweiten Klasse Wachau (achte Leistungsstufe). Neben der ersten Mannschaft nimmt der Verein mit der Reservemannschaft, einer U-14-, einer U-12-, einer U-11- und einer U-9-Mannschaft an den Meisterschaften teil. Die Vereinsfarben sind rot-weiß. Die Heimstätte befindet sich im Ortszentrum.[17]

Bearbeiten Literatur

  • Udo Fischer: Hellerhof, der weite Weg vom versunkenen Dietmannsdorf zum Zentrum der Pfarre Paudorf Göttweig (1992)
  • Clemens Lashofer, OSB: Profeßbuch des Benediktinerstiftes Göttweig (1983 und 1999)
  • Dehio: Die Kunstdenkmäler Österreichs, Niederösterreich südlich der Donau (2003)
  • Udo Fischer: St. Altmann, Kirche in Paudorf (1994)
  • Udo Fischer: Mit den Füßen glauben, Wallfahrten und Prozessionen der Pfarre Paudorf-Göttweig (1997)
  • Udo Fischer: Sieben gesegnete Jahre, die Renovierung des historischen Hellerhofs (2001)
  • Udo Fischer: Atlas der Pfarre Paudorf-Göttweig (2002)

Bearbeiten Weblinks

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. Marktgemeinde Paudorf (abgerufen am 11. Oktober 2008)
  2. a b Über Paudorf (abgerufen am 11. Oktober 2008)
  3. a b c d e f g h i j Volkszählung 2001 von Paudorf (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  4. a b c Meidlinger Steinbruch (abgerufen am 12. Oktober 2008)
  5. Klima im Waldviertel (abgerufen am 12. Oktober 2008)
  6. a b c d Pfarre Göttweig-Paudorf (abgerufen am am 23. Oktober 2008)
  7. a b c Geschichte von Paudorf (abgerufen am 23. Oktober 2008)
  8. Gemeinderatswahlen 2000/2005 (abgerufen am 22. Oktober 2008)
  9. Gemeinderatswahlen 1990/1995 (abgerufen am 22. Oktober 2008)
  10. a b Gemeinde Paudorf (abgerufen am 22. Oktober 2008)
  11. Landtagswahl 2008 in Paudorf (abgerufen am 22. Oktober 2008)
  12. Geschichtsdaten von Paudorf (abgerufen am 22. Oktober 2008)
  13. Weingeschichte in Österreich (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  14. Feuwerwehr Paudorf (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  15. VS Paudorf (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  16. Website von Asamer & Hufnagl (abgerufen am 16. Dezember 08)
  17. SV Paudorf (abgerufen am 29. Oktober 2008)
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