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Die österreichische Firma Julius Meinl AG entstand aus dem im Jahre 1862 von Julius Meinl I. in Wien (1. Bezirk - Am Fleischmarkt) gegründeten Geschäft, in dem anfangs nur grüne Kaffeebohnen, später auch frisch gerösteter Kaffee angeboten wurde. Ihr Markenzeichen ist der von Joseph Binder entworfene Meinl-Mohr, ein dunkelhäutiger Kinderkopf mit hohem rotem Fes auf gelbem Grund.
Bearbeiten GeschichteIn der k.u.k. Monarchie wurde das Unternehmen führend. Auch nach dem Ersten Weltkrieg blühte das Geschäft mit frisch geröstetem Kaffee, sodass Julius Meinl II. 1939 europaweit mehr als 1.000 Filialen hatte, in denen auch andere Lebensmittel von überdurchschnittlicher Qualität verkauft wurden. Durch den Zweiten Weltkrieg blieben davon praktisch nur die österreichischen Geschäfte und Röstereien übrig. Ende der 1960er Jahre hatte Meinl 280 Filialen. Dazu kamen am Ende der 1960er Jahre 78 Filialen der im Jahre 1889 in Wien-Heiligenstadt als Kaffeerösterei und Weinkellerei gegründeten Firma Brüder Kunz, die im Niedrigpreissegment des Lebensmittelhandels im Kaffeebereich als Dachmarke fungierte. Zum Julius Meinl-Imperium gehörte bis 1999 auch die Hypermarktkette PAM PAM. Sie wurde von Jenö Eisenberger, dem Begründer der LÖWA-Kette, ins Leben gerufen und dann an Meinl verkauft. Der erste PAM PAM-Markt war jener am Kreilplatz im 19. Bezirk. Die nächsten Märkte entstanden in der Siebenbrunnengasse und in der Sandleitengasse. Bis 1998 zählte Pam Pam 41 Standorte, wovon rund 20 in Wien waren. Der Rest verteilte sich über die Bundesländer. Im Frühjahr 1999 wurden zunächst die mittel- und westösterreichischen Standorte an Billa verkauft; im Mai gingen die Märkte in Wien, Niederösterreich und Burgenland an die SPAR. Mitte April 2000 stieg Meinl aus dem Lebensmitteleinzelhandel in Österreich aus und verkaufte, mit Ausnahme des Spezialitätengeschäftes am Graben, alle Filialen. Diese wurden vor allem vom Rewe- und vom SPAR-Konzern übernommen. Die Firma konzentriert sich heute wieder auf das ursprüngliche Kaffeegeschäft und betreibt in Ottakring an der Julius-Meinl-Gasse 3-7 eine Rösterei. Dort befindet sich auch die Zentrale. Bearbeiten Meinl am GrabenDie bekannte Wiener Filiale Am Graben 19 wurde jedoch 2000 renoviert und vergrößert und wird als Delikatessengeschäft Meinl am Graben weitergeführt. Diese Filiale wird von Touristen sehr stark frequentiert. In Osteuropa wurde das bestehende Filialennetz nach und nach verkauft: 1999 Ungarn (an Delhaize/Belgien) und 2005 Tschechien (an Ahold). Einzig in Polen werden noch einige Filialen betrieben. Es gab im Jahr 2000 Überlegungen, auch am Roten Platz in Moskau oder in München ein ähnliches Delikatessengeschäft wie am Graben in Wien zu eröffnen. In Chicago wird eine Filiale betrieben. Produkte im Sortiment sind Tee, Kaffee, Konfitüre, Accessoires, Schokolade, aber auch Nostalgieobjekte wie Poster und Geschenke. Das im Geschäft betriebene Restaurant wurde 2004 vom Gault-Millau mit drei Hauben ausgezeichnet. Bearbeiten LogoDas Logo zeigt einen kleinen Mohr mit rotem Fes, was eine Anspielung auf die Türken ist, die bei ihrer Besatzung anscheinend den Kaffee nach Wien brachten. Es wurde 1924 vom Wiener Künstler Joseph Binder entworfen. Das Logo, ähnlich wie der Mohr von Sarotti, hat einen starken Wiedererkennungswert des Unternehmens und ist auf fast jedem Meinl Produkt und Filialen dargestellt. Mit den Jahren unterlag der Meinl-Mohr verschiedenen Veränderungen, blieb aber in seiner Kernkomponente bestehen. Das Logo des Meinl-Konzerns wird zeitweilens als rassistische Diskriminierung thematisiert. Meinl selbst sieht den Markenauftritt falsch gedeutet. Bearbeiten Literatur
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