Immobilienblase.html

 
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Eine Immobilienblase ist eine Spezialform einer Spekulationsblase. Hierbei kommt es auf einem regional und nutzungsspezifisch abgegrenzten Teilsegment des Immobilienmarktes zu einer deutlichen Überbewertung von Immobilien, die sich durch einen dramatischen Preisverfall innerhalb kurzer Zeit normalisiert.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geschichtliche Immobilienblasen

Bearbeiten Ursachen für Immobilienblasen

Bearbeiten Kreditinduzierte Immobilienblasen

Kreditinduzierte Immobilienblasen resultieren aus einer deutlichen Ausweitung oder Verbilligung[4] des Angebots an Immobilienfinanzierungen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, häufig auf fehlende Markttransparenz oder fehlende Regulierung zurückzuführen.

Durch eine deutliche Ausweitung des Kreditangebots durch die systematische Ausweitung der Kreditgewährung auch an Darlehensnehmer mit immer geringerer Bonität ("Subprime-Kredite"), entsteht eine erhebliche zusätzliche Immobiliennachfrage, die auf ein, aufgrund der Begrenzung der Ressource Boden, beschränktes Angebot trifft. Z. B. geschah das in den USA bis 2007. Dies führt in der Folge der steigenden Nachfrage zu steigenden Immobilienpreisen. Der gleiche Mechanismus wirkt bei einer deutlichen Verbilligung der Kreditkosten z. B. durch ein Sinken des Zinsniveaus. Jeder Kreditnehmer kann sich in der Folge "mehr" Immobilie bei gleichbleibender laufender Belastung leisten. Auch hier führt die erhöhte Nachfrage zu steigenden Immobilienpreisen. Unterbleibt, wie in den USA geschehen, bei einem Zusammentreffen derartiger Faktoren eine Intervention durch die zuständigen Aufsichtsgremien, z. B. weil die positiven konjunkturellen Folgen der starken Immobilienpreissteigerung gewollt sind, und fehlt auch die Gegenreaktion des Marktes auf die steigende Kreditnachfrage (durch steigende Kreditkosten bzw. Zinsen) entwickelt sich eine Immobilienblase. Es kommt zu einer sich selbst beschleunigenden Entwicklung, da immer mehr Nachfrage, immer höhere Preise rechtfertigt.

Bearbeiten Fiskalinduzierte Immobilienblasen

Durch staatliche Eingriffe in den Immobilienmarkt, z. B. durch spezielle steuerliche Anreize, kann es ebenfalls zu erheblichen Fehlentwicklungen am Immobilienmarkt kommen. Träge staatliche Steuerungspolitik und träge Marktentwicklung (der Bau einer Immobilie ist regelmäßig ein Vorhaben von erheblicher Laufzeit), führen zu einer zu spät erkennbaren Fehlentwicklung.

So wurde durch steuerliche Anreize für Investitionen in den neuen Bundesländern nach der deutschen Wiedervereinigung erhebliche Investitionen unter anderen in den Büroimmobilienmarkt induziert. Hierdurch wurde ein Bauboom erzeugt, der nach mehrjähriger Dauer bis zur Fertigstellung der Gebäude auf eine faktisch deutlich zu geringe Nachfrage traf. Der Wert derartiger Immobilien kollabierte in der Folge.

Bearbeiten Quelle

  1. The Monetary Policy of Fourteenth Century Florence von Carlo Maria Cipolla
  2. http://www.safehaven.com/article-5813.htm
  3. http://en.wikipedia.org/de/United_States_housing_bubble
  4. http://www.quadlet.com/RE/REReport.html

Bearbeiten Literatur

Wolfgang Münchau: Vorbeben: Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können, Hanser Fachbuch, 2008, ISBN 978-3446413900

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