|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
Das Baptisterium in Pisa (ital. Battistero di Pisa) ist die Taufkirche des Doms in Pisa. Das freistehende Gebäude wurde 1152 von Diotisalvi als Ergänzung zum Dom im romanischen Stil auf kreisförmigem Grundriss nach dem Vorbild der Anastasis des Heiligen Grabes in Jerusalem begonnen. Nach einem finanziell bedingten Baustopp am Ende des 12. Jahrhunderts wurde der Bau erst 1260 von Niccolò Pisano und 1277-1284 von Giovanni Pisano fortgeführt. Während die erste Ebene noch dem Stil des Doms angepasst wurde, baute man die zweite Etage mit Blendarkaden im üppigen Stil der Gotik. Die Segmentkuppel wurde erst 1358 von Cellino di Nese und Zibellinus, einem Baumeister aus Bologna, errichtet. Das Baptisterium in Pisa ist die größte Taufkirche in der christlichen Geschichte. Es ist insgesamt 54 Meter hoch und hat einen Umfang von 107 Meter. Der innere Durchmesser beträgt 35,5 Meter. Die heute sichtbaren Kopien der Büsten über den Arkaden stellen Propheten und Apostel dar, deren Originale von Giovanni Pisano erschaffen wurden. Auf der Spitze der Kirche steht eine drei Meter hohe Bronzestatue von Johannes dem Täufer, die am Anfang des 15. Jahrhunderts dort befestigt wurde. Das Hauptportal ist von zwei mit Reliefen verzierten Säulen eingerahmt und gibt die Lebensgeschichte von Johannes dem Täufer wieder. In der Mitte der Kirche steht ein achteckiges Taufbecken, das von Guido Bigareli da Como 1246 geschaffen wurde. 1929 wurde eine Statue von Johannes der Täufer durch Italo Griselli hinzugefügt. Die Marmorkanzel im Baptisterium stammt von Nicola Pisano aus der Zeit von 1255-1260. Sieben Säulen tragen das sechseckige Kanzelbecken, in dem das Lesepult von einem Adler getragen wird. Zu sehen sind auch Propheten, die fünf Tugenden und Johannes der Täufer. An der Brüstung der Kanzel befinden sich fünf Reliefs mit den Szenen Geburt Jesu, Anbetung der heiligen drei Könige, Darstellung im Tempel, Kreuzigung und Jüngstes Gericht aus dem Leben Christi. Über Treppen kann man sowohl auf den Umlauf auf den Emporen als auch unter das Kuppeldach gelangen. Auf dem Umlauf sind Skizzen der größtenteils zerstörten Fresken aus dem Camposanto ausgestellt. Das Baptisterium hat durch seine zylindrische Bauweise ein besonderes Echoverhalten. Gelegentlich stimmt einer der Wächter mehrere verschiedene Gesangstöne an, die in Kombination miteinander durch das Echo im Gebäude zu einem Klangerlebnis werden. Bearbeiten Zur Zahlensymbolik im Pisaner BaptisteriumDieser Artikel wurde auf der Qualitätssicherungsseite des WikiProjekts Planen und Bauen eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität der Artikel aus den Themengebieten Bautechnik, Architektur und Planung auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Dabei werden Artikel, die nicht maßgeblich verbessert werden können, möglicherweise in die allgemeine Löschdiskussion gegeben. Hilf mit, die inhaltlichen Mängel dieses Artikels zu beseitigen, und beteilige dich an der Diskussion! Die Zahlensymbolik spielt in diesem Raum wie in mittelalterlichen religiösen Gebäuden generell eine große Rolle. Der untere Umgang stammt aus der Gründungszeit nach 1153 und zeigt einen leichten Stützenwechsel. Zwischen den insgesamt vier Pfeilern stehen jeweils zwei Säulen, also insgesamt acht Säulen, was sich mit den vier Pfeilern auf 12 Stützen für den ganzen Raum summiert. Das Taufbecken hat acht Ecken. Acht bedeutet Neuanfang und Auferstehung. Am 8. Tag nach Sabbat stand Christus von den Toten auf, acht Tage später erschien er den Jüngern, acht Menschen überlebten in der Arche Noahs. Dann: die Woche hat sieben Tage, der 8. Tag ist ein Sonntag, mit dem die neue Woche beginnt - so wie das neue Leben mit der Taufe beginnt. Daneben verweist die Zahl Acht darauf, dass nach den sieben Schöpfungstagen der achte Tag der Tag der Neuschöpfung durch die Auferstehung ist, Acht also der Wiederkunft Christi entspricht. Auch die Gregorianische Musik der Salier-Zeit hat acht Töne. Das Achteck vermittelt außerdem geometrisch gesehen zwischen dem Quadrat als dem Symbol der Materie und dem Kreis als dem Symbol des Geistes und es steht damit zwischen Diesseits und Jenseits entsprechend der Verbindung zwischen Irdischem und Himmlischem in der heiligen Taufe. Das Taufbecken ist umgeben von vier Pfeilern und acht Säulen. Die Vier ist eine ganz zentrale Symbolzahl - schon seit den Zeiten der Etrusker - und zwar steht sie ganz allgemein für den Bereich des Weltlichen. Zunächst gibt es im Mittelalter die Einteilung der Materie in die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Dann gibt es im menschlichen Leben vier Kardinaltugenden: Tapferkeit (fortitudo), Klugheit (prudentia), Mäßigkeit (temperantia) und Gerechtigkeit (iustitia), dann gibt es die vier Temperamente cholerisch, phlegmatisch, melancholisch und sanguinisch, dann die vier Kirchenväter Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregor der Große, dann die vier Himmelsrichtungen, die vier Tageszeiten, die vier Jahreszeiten, die vier Weltalter, vier Paradiesströme usw. Die Vier als „irdische“ Zahl ist durch andere Zahlen teilbar im Gegensatz zu den himmlischen, ungeraden Zahlen. Für die Welt des Geistlichen steht überall im christlichen Abendland die Zahl Drei, die durch keine andere Zahl teilbar ist. Eine weltliche Stadt ist auf künstlerischen Darstellungen des Mittelalters vornehmlich durch vier Arkaden gekennzeichnet, das Himmlische Jerusalem immer durch drei Arkaden. Die Addition von acht und vier ergibt zwölf - ebenso wie die Multiplikation von drei und vier. Zwölf ist die Zahl der Vollständigkeit und der Heiligen. Da sind die 12 Apostel, also die Träger der christlichen Religion, die 12 Stämme Israels, andererseits die 12 Stunden des Tages und der Nacht und die 12 Monate des Jahres - und es gibt heute noch die 12 Geschworenen. Auch die Europaflagge hat 12 Sterne. Alles das spielt hier eine Rolle und ist mit Sicherheit bedacht worden, als man diese Taufkirche plante. Solche Zahlensymbole sind keine intellektuelle Spielerei, sondern zur damaligen Zeit jedem Gebildeten geläufig gewesen. Bearbeiten Literatur
Bearbeiten WeblinksKulturlandschaften Historische Stadtzentren Archäologische Stätten Einzelbauten oder Gebäudeensembles Koordinaten: 43° 43' 24" N, 10° 23' 38" O |
| All Right Reserved © 2007, Designed by Stylish Blog. |