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Aileu ist ein Distrikt von Osttimor (Timor-Leste) mit einer Fläche von 729 km². Hauptstadt des Distriktes ist das gleichnamige Aileu im als urban klassifizierten Suco Malere. Die administrative Verwaltungseinheit wurde erst in den letzten Jahren der portugiesischen Kolonialzeit geschaffen.
Bearbeiten GeographieAileu liegt im Hochland des Nordwesten von Osttimor und ist einer der beiden Distrikte ohne Zugang zum Meer. Der Distrikt hat eine Fläche von 737 km². Die bergige Landschaft liegt zwischen 350 und 1.500 m über dem Meeresspiegel. Aileu grenzt im Norden an den Distrikt Dili, im Osten an Manatuto, im Südosten an Manufahi, im Süden an Ainaro, im Westen an Ermera und im Nordwesten an Liquiçá. Der Distrikt teilt sich in die Subdistrikte Aileu, Laulara, Liquidoe und Remexio. Traditionell werden in Aileu vier Jahreszeiten unterschieden. Von Mitte Oktober bis April ist Regenzeit, Mai und Juni herrscht die kalte Jahreszeit. Der Juli und der August sind sehr windig und die Trockenzeit findet zwischen Mitte August und Mitte Oktober statt. Die Durchschnittstemperaturen sind aufgrund der Höhe deutlich niedriger und die Luftfeuchtigkeit geringer als an den Küstenregionen Osttimors. Als Höchsttemperatur wird 29°C erreicht, nachts kann die Temperatur auf bis zu 4°C sinken. Bearbeiten EinwohnerIn Aileu leben 37.926 Einwohner, fast die Hälfte davon lebt im Subdistrikt Aileu, am dichtesten besiedelt ist Laulara mit 90 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der Altersdurchschnitt liegt zwischen 16,0 in Liquidoe und 16,8 im Subdistrikt Aileu (2004) und damit sogar noch unter dem Landesdurchschnitt, obwohl Osttimor ohnehin eines der Länder mit den höchsten Geburtenraten ist. Hier bekommen die Frauen aber auch durchschnittlich die meisten Kinder im Land. Der Subdistrikt Remexio hält mit 9,92 Kindern pro Frau landesweit die Spitze, Laulara ist mit 9,90 Kindern auf Platz zwei. Im Subdistrikt Aileu sind es noch 9,25 und in Liquidoe „nur“ 7,88 Kinder pro Frau (Landesdurchschnitt 6,99). Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner jährlich um 3,08 %. Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Laulara bei 122 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 134), in Aileu bei 105 (153), in Liquidoe bei 97 (148) und in Remexio bei 94 (138). Der Landesdurchschnitt betrug 98.[1] Zwei Drittel der Bevölkerung im Distrikt spricht als Muttersprache die Nationalsprache Mambai. Der Rest hauptsächlich Tetum, vor allem den Dialekt Tetum Prasa. Im Nordosten, an der Grenze zu Manatuto wurde früher traditionell auch Galoli gesprochen. Die Volkszählung von 2004 fand aber nur noch sechs Muttersprachler im Distrikt. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprechen 41,2 % Tetum, 34,2 % Bahasa Indonesia und 9,5 % Portugiesisch. Die Analphabetenrate beträgt 60,9 % (Frauen:64,4 %; Männer: 57,7 %). Nur 8,3 % der über 18jährigen haben die Sekundarschule abgeschlossen (Frauen: 6,3 %; Männer: 10,1 %).[1] Nach älteren Angaben sind 90 % der Einwohner Katholiken und 10 % Protestanten. Der traditionelle, animistische Glaube hat noch immer einen starken Einfluss. In einigen Dörfern, wie Hohulu und Erheto, gibt es noch praktizierende, spirituelle Zentren. Bearbeiten GeschichteSüdöstlich vom Ort Aileu lag das Reich von Dailor, eines der vielen traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint, ebenso wie Caimau, auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.[3][4] Im Januar 1894 schloss es mit Portugal einen schriftlichen Vertrag über seinen Vasallenstatus gegenüber der Kolonialmacht.[5] 1903 brach in Aileu eine Revolte gegen die portugiesische Kolonialmacht aus, die aber schnell niedergeschlagen wurde. 1912 diente Aileu als portugiesische Basis während der Rebellion von Manufahi.[5] Aileu war 1975 eines der Zentren der Unabhängigkeitspartei FRETILIN. Hier versammelten sich die FRETILIN-Führer nach dem Putschversuch der UDT am 11. August, um zum Gegenschlag auszuholen. Nach der indonesischen Invasion, wenige Monate später, flohen viele Bewohner der Stadt Aileu und der näheren Umgebung in die Berge. Die Orte blieben mehrere Jahre unbewohnt. Während der Besatzungszeit wurden Einwohner der Region um Maubisse in den Distrikt Aileu umgesiedelt. Es kam daher zu Spannungen zwischen Alteingesessenen und Neusiedlern. Die Situation war zudem explosiv, da die Bewohner Maubisse und Aileu bereits zuvor traditionell verfeindet waren. Nach dem Referendum von 1999, bei dem sich die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Indonesien aussprach, kam es landesweit zu Gewaltausbrüchen durch pro-indonesischen Milizen. In Aileu waren die Zerstörungen besonders schlimm in den Subdistrikten Liquidoe und Laulara. Auch die Hauptstadt Aileu wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nur wenige Gebäude blieben unzerstört. Wasser- und Stromversorgung war im gesamten Distrikt zerstört und etwa 5000 Menschen waren nach Westtimor geflohen. Schließlich wurde die internationale Eingreiftruppe INTERFET entsandt und Osttimor unter UN-Verwaltung gestellt. Kämpfer der osttimoresischen Widerstandsbewegung FALINTIL wurden in der Stadt Aileu bis Februar 2001 kaserniert. Danach begannen 600 der Kämpfer mit einer Ausbildung zu Soldaten der neuen Verteidigungskräfte Osttimors. Zwischen 2006 und 2008 war Aileu eine der Regionen, wo Rebellenführer Alfredo Alves Reinado sich mit seinen Männern verbarg, bis er bei einem Attentat auf die Staatsführung am 11. Februar 2008 getötet wurde. Die Rebellenbewegung löste sich daraufhin auf. Bearbeiten WirtschaftDa es keine Industrie gibt, leben 90 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Hauptsächlich wird für den Eigenbedarf angebaut. Als Handelsgut werden Kaffee, Orangen, Mangos und andere Früchte kultiviert. 78 % der Familien im Distrikt bauen Kaffee an, womit Aileu eines der Zentren des timoresischen Kaffeeanbaus ist. An der Spitze finden sich hier die Subdistrikte Laulara und Ailleu. Verkauft wird die Kaffeeernte an die Cooperativa Café Timor (CCT). Wichtigste Nahrungspflanze ist Mais, der von 91 % der Haushalte angebaut wird. Fast ebenso häufig wird Maniok (90 %). Im Subdistrikt Aileu wird Reis durch Bewässerung in den Flusstälern angebaut (24 % aller Haushalte im Distrikt). Zentren sind hier der Daisolifluss und das Aileuflusssystem im Suco Seloi Kraik. In den Hügeln und Bergen werden Mais und Bohnen angebaut. Daneben wachsen noch Kokosnüsse und andere Gemüse und Obstsorten. Als Haustiere halten die Menschen hauptsächlich Hühner (etwa 17.000) und Schweine (9.600). Daneben auch Ziegen (4.300), Rinder (3.600), Pferde (3.100) und Wasserbüffel (1.600).[1] Aufgrund von Dürre, Ungeziefer und Pflanzenkrankheiten kam es 2007 in Osttimor zu akuten Nahrungsmangel, der vor allem im Distrikt Aileu lange anhielt. 2008 verursachten starke Regenfälle, wie bereits 2001, weitere Einbußen bei der Ernte. Wirtschaftlich nutzbare Waldgebiete gibt es im Distrikt nicht. Letzte Bestände gibt es noch in Tälern und an Hängen der Subdistrikte Laulara und Remexio. In Remexio gibt es letzte Reste von Sandelholz. Ansonsten finden sich Bäume nur noch als Schattenspender von Kaffeepflanzungen. Die Einwohner benutzen das Holz als Baumaterial und Brennmaterial, was die Entwaldung weiter vorantreibt. Wiederaufforstungsprogramme sind begonnen. Bodenschätze werden in Aileu nicht gefördert, abgesehen von Ton für Keramik und Ziegel. In Liquidoe gibt es ein nicht erschlossenes Marmorvorkommen. Bearbeiten Quellen
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